NASA will einen Concorde-Nachfolger | Wirtschaft | DW | 04.04.2018
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Flugzeuge

NASA will einen Concorde-Nachfolger

Überschalljet ohne Überschallknall: Der US-Konzern Lockheed Martin soll einen Nachfolger für die Concorde entwickeln. Der Auftrag dazu kommt von der US-Raumfahrtbehörde NASA. 2021 soll es soweit sein.

NASA Computergrafik X-plane (picture-alliance/NASA/Lockheed Martin)

Computerstudie eines neues Überschallflugzeugs

Lockheed Martin feilt für die NASA schon länger an einem Konzept für ein neues Überschallflugzeug. Jetzt erging der Auftrag für Entwurf, Bau und Test eines solchen Jets, teilte die Raumfahrtbehörde in Washington mit. Das neue "X-Plane" soll ohne lärmende Stoßwellen schneller als der Schall fliegen. Für die Entwicklung sind gut 200 Millionen Euro vorgesehen.

Das Flugzeug werde auf einer Höhe von 55.000 Fuß (knapp 16,8 Kilometer) mit einer Geschwindigkeit von rund 1.513 Stundenkilometern fliegen und dabei ein Geräusch verursachen "so laut wie das Schließen einer Autotür", erklärte die NASA.

USA | NASA beauftragt Lockhead Martin mit Bau des X-Plane (picture-alliance/ZUMAPRESS)

Computergrafik eines geplanten X-Plane am Hangar

Ein vergleichsweise geräuscharmes Durchbrechen der Schallmauer könnte künftig den Überschalltransport von Menschen oder Waren auch über bewohntem Gebiet ermöglichen. Der Überschallknall tritt auf, wenn sich ein Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit durch die Luft bewegt. Die Schallgeschwindigkeit - auch als Mach 1 bezeichnet - ist dabei abhängig von der Temperatur. Während sie in Bodennähe bei etwa 1225 Stundenkilometern liegt, nimmt sie mit zunehmender Flughöhe ab.

In drei Stunden von Paris nach New York

Konkret soll der Lärm der US-Raumfahrtbehörde zufolge "75 Perceived Level Decibel (PLdB)" erreichen - zum Vergleich: der Überschallknall der berühmten Concorde, die von 1976 bis 2003 im Linienverkehr in rund drei Stunden von Paris oder London nach New York donnerte, erreichte nach Angaben der NASA 105 PLdB.

Concorde (picture-alliance/dpa/U. Deck)

Die historische Concorde auf dem Weg ins Technikmuseum (vor 15 Jahren)

Als "X-Planes" wurden in den USA bereits in der Vergangenheit Experimentalflugzeuge oder Prototypen bezeichnet, mit denen neue Technologien erforscht werden sollten. US-Präsident Donald Trump hatte die Finanzierung des Projekts aus Bundesmitteln im vergangenen Monat genehmigt. Das neue Flugzeug werde die Flugzeiten durchs Land halbieren können, erklärte Trump.

Noch sind für die Neuentwicklung allerdings keine Passagiersitze vorgesehen. Sobald der Prototyp fertig ist, will die NASA selbst weitere Tests durchführen und ab Mitte 2022 dann bei Flügen über ausgewählten Städten der USA weitere Daten sammeln. Rund 15 Jahre nach dem Aus der legendären Concorde rückt somit eine mögliche Rückkehr des Überschallflugs wieder näher. Das umstrittene britisch-französische Gemeinschaftsprojekt Concorde war das schnellste Verkehrsflugzeug der Welt. Neben der NASA und Lockheed Martin arbeiten derzeit auch andere US-Unternehmen an Überschalljets.

ar/nm (dpa, afp)

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