Nach Brandanschlag auf Palästinenser auch Mutter gestorben | Aktuell Nahost | DW | 07.09.2015
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Aktuell Nahost

Nach Brandanschlag auf Palästinenser auch Mutter gestorben

Vor gut einem Monat verübten mutmaßlich radikale Siedler einen Brandanschlag auf das Haus einer palästinensischen Familie im Westjordanland. Nach dem Baby und dem Vater starb jetzt auch die Mutter.

Der vor gut einem Monat mutmaßlich von radikalen Siedlern verübte Brandanschlag auf das Haus einer palästinensischen Familie im Westjordanland hat ein drittes Todesopfer gefordert. Wie die israelische Nachrichtenseite "Ynet" berichtete, erlag die Mutter am frühen Montagmorgen ihren Verletzungen.

Die 26-jährige Riham Dawabscheh sei ihren damals erlittenen Verletzungen erlegen, sagte eine Sprecherin des behandelnden Tel-Haschomer Krankenhauses in Tel Aviv der Nachrichtenagentur AFP. Die Palästinenserin hatte bei dem Anschlag Ende Juli Verbrennungen dritten Grades an 80 Prozent ihrer Körperoberfläche erlitten.

Ein Angehöriger der Lehrerin bestätigte die Todesnachricht. Die Beerdigung von Riham Dawabscheh werde vermutlich noch am Montag stattfinden. Zuvor müssten die israelischen Behörden ihren Leichnam an die palästinensischen Behörden übergeben.

Nur vierjähriger Sohn noch am Leben

Am 31. Juli hatten mindestens zwei Maskierte im Ort Duma zwischen Nablus und Ramallah im Westjordanland Brandflaschen in zwei palästinensische Häuser geworfen. Der 18 Monate alte Ali verbrannte bei lebendigem Leibe. Acht Tage später starb sein Vater Saad Dawabscheh. Alis vierjähriger Bruder Ahmed wird immer noch im Krankenhaus behandelt.

Da am Tatort hebräische Inschriften gefunden wurden, gehen israelische Sicherheitsbehörden von einem terroristischen Hintergrund aus. Am 31. Juli hatten mindestens zwei Maskierte im Ort Duma zwischen Nablus und Ramallah im Westjordanland Brandflaschen in zwei palästinensische Häuser geworfen.

Administrativhaft auch für Juden

Der Anschlag hatte in Israel eine Debatte über den Umgang des jüdischen Staates mit radikalen Siedlern ausgelöst. Das Sicherheitskabinett beschloss, die sogenannte Administrativhaft auch auf jüdische Verdächtige auszuweiten – bislang wurde sie nur gegen Palästinenser verhängt. Diese Art der Haft kann in Israel ohne Anklage verhängt werden. In der Woche nach dem Anschlag wurden schließlich zwei ultra-nationalistische Juden in Administrativhaft genommen, die an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen sein sollen.

chr/gri (dpa, afp)