Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge in Sri Lanka ist tot | Aktuell Asien | DW | 26.04.2019
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Terrorismus

Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge in Sri Lanka ist tot

Nach den verheerenden Angriffen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka suchte die Polizei mit Nachdruck Islamistenchef Hashim. Doch der war zu dem Zeitpunkt schon tot. Die Gefahr in Sri Lanka ist immer noch nicht vorbei.

Sri Lanka Negombo Präsident Maithripala Sirisena in der St. Sebastian Kirche (picture-alliance/AA/The Presidential Office of Sri Lanka)

Sri Lankas Präsident Maithripala Sirisena (2. v. r.) informiert sich in der St. Sebastian Kirche über die Schäden

Der mutmaßliche Drahtzieher der Terrorserie in Sri Lanka, Islamistenanführer Zahran Hashim, ist nach Angaben von Präsident Maithripala Sirisena bei einem der Anschläge getötet worden. Die Geheimdienste hätten ihm mitgeteilt, dass sich Hashim im Luxushotel "Shangri-La" in Colombo in die Luft gesprengt habe. Hashim habe das Selbstmordattentat mit einem Komplizen verübt. Sirisena gab dessen Namen vor Journalisten in der Hauptstadt Colombo mit Ilham an.

Der Militärgeheimdienst beruft sich unter anderem auf entsprechende Bilder von Überwachungskameras am Tatort. Nach den Anschlägen vom Ostersonntag war Hashims Verbleib zunächst unklar gewesen, die Sicherheitsbehörden des südasiatischen Inselstaates fahndeten unter Hochdruck nach dem Islamisten. Hashim, der etwa 40 Jahre alt gewesen sein soll, galt als Kopf der Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) und als einer der Planer der Terrorangriffe auf drei Kirchen und drei Nobelhotels. 253 Menschen wurden nach jüngsten Angaben dabei getötet. Der IS reklamierte die Terrorüberfälle für sich.

Sri Lanka - Massengrab nach Selbstmordanschlag (Reuters/A. Perawongmetha)

Ein Massengrab für die Opfer der Terroranschläge in Negombo

Polizeischef nimmt seinen Hut 

Präsident Sirisena teilte weiter mit, Sri Lankas Polizeichef Pujith Jayasundara sei seiner Aufforderung gefolgt und habe angesichts von Fehlleistungen im Vorfeld der Anschläge seinen Rücktritt eingereicht. Er werde "bald" einen neuen Polizeichef ernennen, fügte er hinzu. Am Donnerstag hatte bereits der höchste Beamte des Verteidigungsministeriums, Hemasiri Fernando, seinen Hut genommen. Regierung und Behörden stehen unter großem Druck, da es im Vorfeld der Terroranschläge konkrete Hinweise gegeben hatte und diese von Sicherheitsbehörden nicht weitergegeben wurden.

Video ansehen 02:41

Sri Lanka: Muslime fürchten sich vor Gegenreaktionen

Neue Warnung vor Anschlägen 

Einen Tag nach den Warnungen vor möglichen neuen Angriffen auf Gotteshäuser ruft die Polizei nun auch Sufisten zu äußerster Wachsamkeit auf. Im Kurznachrichtendienst Twitter wiesen Sicherheitskräfte darauf hin, dass militante Islamisten laut Geheimdienstinformationen Moscheen der Sufisten angreifen wollten. Radikale Islamisten betrachten Sufisten wegen ihrer Toleranz anderen Religionen gegenüber als Feinde. Der Sufismus ist eine Strömung im Islam mit mystischen Traditionen und Riten. Die Sicherheitsvorkehrungen an Moscheen wurden erhöht. 

Sri lanka Colombo Soldaten vor einer Moschee (Getty Images/AFP/J. Samad)

Soldaten sichern eine Moschee in Colombo

Die Polizei berichtete zudem, Verhöre festgenommener Verdächtiger hätten ergeben, dass die mutmaßlichen Attentäter im Ausland Waffentraining erhalten hätten. Unter den Festgenommenen seien der zweite Befehlshaber der einheimischen NTJ-Terrorgruppe sowie der Bombenbauer.

se/jj (afp, dpa, rtr, epd)

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