Mutmaßliche islamistische Terroristen in Brüssel vor Gericht | Aktuell Welt | DW | 10.01.2019
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Anschlag auf Jüdisches Museum

Mutmaßliche islamistische Terroristen in Brüssel vor Gericht

Zwei Franzosen sollen im Jüdischen Museum in Brüssel vor knapp fünf Jahren vier Menschen getötet haben - nun hat der Prozess gegen sie begonnen. Es war der erste Anschlag in Europa mit Bezug zur Terrormiliz IS.

Angeklagt sind der 33-jährige Hauptverdächtige Mehdi Nemmouche sowie der 30-jährige Nacer Bendrer, dem Beihilfe vorgeworfen wird. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet "terroristischer Mord". Die beiden Franzosen sollen am 24. Mai 2014 im Jüdischen Museum in Brüssel mit Sturmgewehren ein israelisches Touristenpaar, eine Französin und einen belgischen Museumsangestellten erschossen haben. Der Anschlag war der erste einer ganzen Reihe von Anschlägen in Europa, bei denen es einen Bezug zum sogenannten Islamischen Staat (IS) gab oder die der IS für sich beanspruchte. 

Belgien Prozess wegen Anschlags auf Jüdisches Museum in Brüssel (picture-alliance/dpa/F. Lenoir)

Ein AK-47-Sturmgewehr (eine sogenannte Kalaschnikow) und ein Magnum 357-Revolver wurden als Beweismaterial im Gerichtssaal gezeigt

Nemmouche wurde sechs Tage nach der Tat von Ermittlern in Südfrankreich festgenommen und später nach Belgien ausgeliefert. Bei seiner Festnahme hatte er unter anderem eine Kalaschnikow dabei, die in die Flagge der Terrorgruppe IS eingehüllt war. Der 33-Jährige soll nach Angaben der Ermittler als selbsternannter "Gotteskrieger" zuvor in Syrien gekämpft haben.

Urteil könnte im Februar fallen

Die Angeklagten bestreiten die Tat. An den ersten beiden Prozesstagen wird die Staatsanwaltschaft ihre 200 Seiten lange Anklageschrift vortragen. Die Anhörungen von Nemmouche und Bendrer sind für nächste Woche geplant. Zudem sollen 150 bis 200 Zeugen angehört werden. Ein Urteil könnte Ende Februar fallen. Beiden Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe.

cvo/mak (afp,dpa)