Muslime wieder in Sri Lankas Kabinett | Aktuell Asien | DW | 30.07.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Anschlagsserie im April

Muslime wieder in Sri Lankas Kabinett

Nach den tödlichen Attacken vom Ostersonntag gerieten die Anhänger des Islams in dem Land massiv unter Druck - die muslimischen Minister traten zurück. Innerhalb der Regierung scheinen sich die Wogen wieder zu glätten.

Sri Lanka - Mitglieder des muslimischen Kabinetts (AP/E. Jayawardena)

Muslimische Minister bei einer Pressekonferenz im Juni

Vier muslimische Minister der sri-lankischen Regierung, die im Juni zurückgetreten waren, sind ins Kabinett zurückgekehrt. Die Polizei habe keinerlei Verbindungen zwischen den Politikern und den islamistischen Attentätern festgestellt, teilte das Präsidialamt in Colombo mit.

Ein buddhistischer Abgeordneter hatte den Regierungsmitgliedern eine Mitverantwortung an den Anschlägen vorgeworfen und ihre Entlassung gefordert. Dem Minister für Industrie und Handel, Rishad Bathiudeen, war unterstellt worden, er habe direkte Verbindungen zu den Tätern. Daraufhin traten alle neun muslimischen Regierungsmitglieder, darunter mehrere Minister, Anfang Juni aus Solidarität mit ihrem Amtskollegen zurück.

Jeder zehnte ist Muslim

Bei der Anschlagsserie vom Ostersonntag auf Kirchen und Luxus-Hotels waren mehr als 250 Menschen getötet und fast 500 verletzt worden. Die Regierung machte für die Taten die Islamistengruppe National Thowheeth Jamaath (NTJ) verantwortlich.

Anhänger des Islams stellen rund ein Zehntel der Bevölkerung Sri Lankas. Muslimische Geistliche beklagten nach den Anschlägen Gewalt, Anfeindungen und Drohungen gegen Muslime in dem südasiatischen Inselstaat. So wurden etwa bei antimuslimischen Ausschreitungen im Norden der Hauptstadt Colombo hunderte Wohnungen, Geschäfte und Moscheen zerstört, ein Muslim wurde getötet.

jj/uh (afp, ap)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema