Moskau will Armeepräsenz in Syrien zurückfahren | Aktuell Nahost | DW | 24.11.2017
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Syrien-Konflikt

Moskau will Armeepräsenz in Syrien zurückfahren

Damit soll laut Waleri Gerassimow, dem Chef des russischen Generalstabs, noch vor dem Jahreswechsel begonnen werden. Syriens Machthaber Assad sitzt fester im Sattel denn je. Doch auch die Opposition stärkt sich.

Generalstabschef Waleri Gerassimow zusammen mit anderen russischen Spitzenmilitärs bei dem Treffen in Sotschi (Foto: picture-alliance/TASS/M. Klimentyev)

Generalstabschef Gerassimow (l.) zusammen mit anderen russischen Spitzenmilitärs bei dem Treffen in Sotschi

Der Chef des russischen Militär-Generalstabs hat eine erhebliche Truppenreduzierung in Syrien in Aussicht gestellt. Dies sei wahrscheinlich, da es nur noch sehr wenig zu tun gebe, bevor die militärischen Zielvorgaben des Einsatzes in dem Bürgerkriegsland erfüllt seien, sagte Waleri Gerassimow am Rande eines Treffens mit Präsident Wladimir Putin und Spitzenmilitärs in Sotschi. Mit dem Abbau könne vermutlich noch vor Ende des Jahres begonnen werden. Russland werde aber präsent bleiben mit zwei Militärstützpunkten, einem Zentrum zur Feuerpausen-Überwachung und einer Reihe von "notwendigen Strukturen zur Unterstützung der Lage, die sich entwickelt hat".

Putin hatte in dieser Woche den syrischen Machthaber Baschar al-Assad sowie die Präsidenten Russlands und des Iran zu Gesprächen über den Syrien-Konflikt getroffen. Anschließend hatte er erklärt, es gebe eine "echte Chance" zur Beendigung des Konflikts.

Zwei russische Soldaten in der syrischen Stadt Dair as-Saur (Foto: Getty Images/AFP/D. Derda)

Freunde? Oder doch eher Fremde? - Zwei russische Soldaten in der syrischen Stadt Dair as-Saur

Russland hatte im September 2015 militärisch in Syrien eingegriffen, um die Truppen von Assad zu unterstützen. Dieser hat in dem seit mehr als sechs Jahren anhaltenden Konflikt dank Russlands Unterstützung inzwischen klar die Oberhand gewonnen. Die Regierungstruppen kontrollieren - abgesehen von einigen wenigen Rebellen-Bastionen - wieder nahezu das gesamte Land. Lediglich der Norden wird von überwiegend kurdischen Einheiten gehalten, die von den USA unterstützt werden. Die ebenfalls in Syrien lange aktive Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist nach schweren Niederlagen massiv geschwächt.

Opposition will in Genf einig auftreten 

Die zersplitterte syrische Opposition wird zu den Friedensgesprächen in Genf in der kommenden Woche erstmals eine gemeinsame Verhandlungsdelegation entsenden. Darauf einigten sich rund 140 Oppositionsvertreter in der Nacht bei einem Treffen in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad. Gemeinsam mit zwei weiteren Oppositionsflügeln sei vereinbart worden, eine 50-köpfige Delegation zu den Gesprächen zu entsenden, sagte Bassma Kodmani vom Hohen Verhandlungs-Komitee (HNC). An diesem Freitag solle vereinbart werden, welche Gruppe wie viele Vertreter bereitstelle. In sieben Runden der Genfer Syrien-Friedensgespräche unter Schirmherrschaft der UN waren bislang kaum Fortschritte erzielt worden. Hauptstreitpunkt ist die politische Zukunft von Präsident Assad. Die Opposition fordert bislang dessen Rücktritt.

sti/jj (afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt