Moskau nach US-Raketentest ″alarmiert″ | Aktuell Amerika | DW | 13.12.2019
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Russland

Moskau nach US-Raketentest "alarmiert"

US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Versuch mit einer bodengestützten ballistischen Rakete gestartet. Für Russland ist es der Beweis, dass die USA für das Ende des INF-Vertrags verantwortlich zu machen ist.

Raketentest in den USA Militärstation Vandenburg (picture-alliance/Newscom)

Raketenstart von der US-Luftwaffenbasis Vandenberg (Archivbild)

Russland hat den neuen Raketentest der USA kritisiert. "Das alarmiert uns", sagte Wladimir Ermakow, Chef der Abteilung für Abrüstung im Außenministerium, der Agentur Ria zufolge. "Wir haben wiederholt erklärt, dass sich die Vereinigten Staaten seit langem auf einen Verstoß gegen die INF-Bestimmungen vorbereitet hatten", fügte Kremlsprecher Dmitri Peskow hinzu. Der neuerliche Raketentest bestätige, "dass die Vereinbarung auf  Initiative der USA tatsächlich gebrochen wurde".

Die USA hatten am Donnerstag eine ballistische Bodenrakete getestet, was unter dem von beiden Seiten beendeten Abrüstungsabkommen INF verboten gewesen wäre. Am 2. August hatten sich die Vereinigten Staaten allerdings offiziell aus dem 1987 mit der damaligen Sowjetunion geschlossenen INF-Abrüstungsvertrag zum Verzicht auf landgestützte Mittelstreckensysteme zurückgezogen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Zur Begründung hieß es damals, die Russen hätten die Vereinbarung verletzt. Washington warf Moskau vor, seit Jahren mit einem System namens SSC-8 (Russisch: 9M729) gegen das Abkommen zu verstoßen. Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2000 Kilometer weit fliegen können. Der Kreml weist dies zurück und gibt die Reichweite des Systems mit unter 500 Kilometern an. 

Der INF-Vertrag untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz von bodengestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörpern mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Ballistische Raketen können mit konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengköpfen bestückt werden. 

Washington spricht von "konventionell konfigurierter Rakete"

Der jetzige Test der Amerikaner erfolgte auf der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien. Diese liegt an der Pazifikküste zwischen Los Angeles und San Francisco und dient ausschließlich als Raketenstartplatz. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums handelte es sich bei der getesteten Rakete um eine "konventionell konfigurierte". Derzeit sei man dabei, das Ergebnis auszuwerten, hieß es in einer Erklärung der US-Streitkräfte weiter.

Mitte August hatten die USA einen bodengestützten Marschflugkörper (Cruise Missile) mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern getestet. Russland und China warnten daraufhin vor einem neuen Wettrüsten. Allerdings soll die aufstrebende Militärmacht China inzwischen über etwa 2000 ballistische Raketen und Marschflugkörper verfügen, die unter ein Abkommen wie den INF-Vertrag fallen würden.

lh/se/rb (rtr, dpa)

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