Mindestens sieben Tote nach Hurrikan ″Dorian″ auf Bahamas | Aktuell Amerika | DW | 04.09.2019
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Hurrikan

Mindestens sieben Tote nach Hurrikan "Dorian" auf Bahamas

"Dorian" hat in dem Karibikstaat eine Spur der Zerstörung hinterlassen, sieben Menschen in den Tod gerissen und 13.000 Häuser zerstört. Nun macht sich der Wirbelsturm auf, die Südostküste der USA zu attackieren.

Zerstörter Bootshafen auf Andros Island (Foto: picture-alliance/ZUMAPRESS/U.S. Coast Guard)

Zerstörter Bootshafen auf Andros Island

Bilder aus der Luft und Satellitenaufnahmen zeigen weitläufig verwüstete Landstriche, die unter Wasser stehen. Premierminister Hubert Minnis sagte auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nassau, neben den sieben bestätigten Opfern würden weitere erwartet. Der Sturm zog am späten Dienstagabend etwas abgeschwächt in Richtung der nahe gelegenen Südostküste der USA.

Regierungschef Hubert Minnis bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nassau (Foto: Reuters/M. Bello)

Regierungschef Hubert Minnis bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nassau

Mehr als 60 Prozent des 6000-Einwohner-Ortes Marsh Harbour seien beschädigt, teilte Minnis weiter mit, nachdem er sich erstmals aus der Luft ein Bild der Lage auf den Abaco-Inseln gemacht hatte. Die Armensiedlung "The Mudd", in der vor allem haitianische Einwanderer lebten, sei komplett zerstört worden. Insgesamt lebten etwa 76.000 Menschen in den besonders betroffenen Gebieten. Im staatlichen Rundfunk und in sozialen Medien meldeten sich zahlreiche Bahamaer, die Angehörige vermissten. In weiten Teilen der Inseln war der Mobilfunk gestört.

Verheerendster Sturm seit Beginn der Aufzeichnungen

Der Wirbelsturm hatte am Sonntag zuerst die Abaco-Inseln im Nordosten des Karibikstaates getroffen und dabei Windböen von fast 300 Kilometern pro Stunde entwickelt. Er gehörte damit zu den Hurrikans der gefährlichsten Kategorie fünf. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen.

Bewohner von Freeport waten durch Hochwasser (Foto: picture alliance/AP Images/AP Photo/R. Espinosa)

Bewohner von Freeport waten durch Hochwasser

Am Montag dann war "Dorian" über die Insel Grand Bahama gezogen und hatte sich nur noch langsam weiter bewegt. Auch am Dienstag waren dort noch keine Rettungseinsätze möglich. In der Nacht werde ein Schiff der britischen Marine die Abaco-Inseln erreichen und die Bewohner mit Lebensmitteln versorgen, so Minnis. Der Regierungschef sprach von weiteren Hilfsangeboten und bat um Spenden. Es handle sich um eine der schwersten nationalen Krisen in der Geschichte des Landes. Das Rote Kreuz schätzt die Zahl der beschädigten oder zerstörten Häuser auf 13.000. Mindestens 61.000 Menschen sind nach UN-Schätzungen auf Lebensmittellieferungen angewiesen.

Vor allem Florida, South und North Carolina gefährdet

Prognosen des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA zufolge soll "Dorian" von diesem Mittwoch an der Küste Floridas "gefährlich" nahe kommen und dann in Küstennähe am US-Bundesstaat Georgia vorbeiziehen. Weiter nördlich, in South Carolina und North Carolina, könnte der Hurrikan auch direkt über die Küste wegziehen, warnen die Experten. Der Sturm schwächte sich inzwischen auf beständige Geschwindigkeiten von bis zu 175 Stundenkilometern ab und wurde am Dienstag zu einem Hurrikan der Kategorie zwei herabgestuft. Er gilt aber weiterhin als extrem gefährlich und wurde auch größer - die Winde dehnten sich bis zu 95 Kilometer vom Zentrum des Sturms entfernt aus.

Als Vorläufer des Sturms gab es an der Ostküste Floridas bereits starke Windböen und heftige Regenfälle. In Küstennähe war kaum mehr jemand auf der Straße zu sehen, die Behörden verhängten in manchen Orten ein Ausgangsverbot. Südlich des Zentrums der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Cape Canaveral wurden Windböen mit einer Geschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde gemessen. Präsident Donald Trump rief die Bevölkerung dazu auf, wachsam zu bleiben.: "Viele sehr schlechte und unvorhersehbare Dinge können passieren", schrieb Trump per Twitter.

sti/rb (afp, dpa)

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