Mindestens neun Tote bei Anschlag in Kabul | Aktuell Asien | DW | 20.12.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Afghanistan

Mindestens neun Tote bei Anschlag in Kabul

Trotz der laufenden Friedensgespräche mit den Taliban erlebt Afghanistan eine Welle der Gewalt. Bei dem jüngsten Angriff soll auch ein Abgeordneter des Parlaments verletzt worden sein.

Video ansehen 00:25

Auch ein Parlamentsabgeordneter wird beim Attentat in Kabul verletzt

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatte ein Attentäter am Sonntagmorgen im Westen der afghanischen Hauptstadt eine Autobombe gezündet. Dabei sollen mindestens neun Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden sein, darunter auch ein Abgeordneter des Parlaments. Das Innenministerium spricht von einem "terroristischen Angriff". Angaben zum genauen Hergang oder möglichen Hintergründen wurden zunächst nicht gemacht.

Obwohl die afghanische Regierung seit September in Doha Friedensgespräche mit Vertretern der radikalislamischen Taliban führt und beide Seiten zuletzt Fortschritte vermeldeten, wird das Land momentan von einer Anschlagsserie erschüttert. Erst am Freitag waren im Osten Afghanistans 15 Kinder durch eine Bombenexplosion getötet worden.

Taliban lehnen Waffenruhe ab

Am Samstag hat das Innenministerium die Taliban für den Tod von annähernd 500 Zivilisten in den vergangenen drei Monaten verantwortlich gemacht. Insgesamt hätten die Milizen seit Mitte September 35 Selbstmordanschläge verübt und mehr als 500 Bomben gezündet. Die Taliban wiesen den Bericht als "Propaganda" zurück. Eine Waffenruhe wird von der Terrorgruppe jedoch abgelehnt. 

Ende Februar hatten die Taliban ein Abkommen mit den USA unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Die Friedensverhandlungen sind das wichtigste Zugeständnis, das die USA den Taliban abringen konnten. Im Gegenzug verpflichteten sich die Islamisten, Verbindungen zu anderen Terroristen zu beenden.

djo/fab (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema