Mindestens acht Tote bei Selbstmordanschlag in Libyen | Aktuell Nahost | DW | 29.03.2018
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Terrorismus

Mindestens acht Tote bei Selbstmordanschlag in Libyen

Der Attentäter sprengte sich an einem Kontrollposten in die Luft. Mindestens acht weitere Personen wurden verletzt. Der Checkpoint war von Kräften des mächtigen Militärführers Chalifa Haftar besetzt.

Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Libyens sind mindestens acht Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen wurden nach Angaben von Sicherheits- und Krankenhausvertretern verletzt, als ein Angreifer sich an einem Kontrollposten nahe der Stadt Adschdabija in einem Auto in die Luft sprengte. Unter den Opfern befanden sich demnach auch Zivilisten. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) beanspruchte die Tat inzwischen für sich.

Der Checkpoint war von Kräften des mächtigen Militärführers Chalifa Haftar besetzt. Haftar kontrolliert mit seinen Truppen den Osten Libyens. In der Region hatte es bereits Anfang März einen Anschlag mit mehreren Verletzten gegeben, den ebenfalls die IS-Miliz für sich reklamierte.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile Libyens werden von bewaffneten Milizen kontrolliert. Die Autorität der international unterstützten Regierung wird von einer Gegenregierung in Frage gestellt, die mit Hilfe von Haftars selbsternannter Nationalen Libyschen Armee im Osten von Libyen herrscht.

Libyen als Flüchtlingsfalle

In Libyen sollen Schätzungen zufolge zwischen 400.000 und eine Million Migranten festsitzen. Die meisten von ihnen wollen eigentlich über das Mittelmeer nach Europa kommen. Viele Flüchtlinge werden in ihren Booten von der mit EU-Geldern unterstützten libyschen Küstenwache abgefangen und in Migrantenlager gebracht. Dort soll es regelmäßig zu Misshandlungen, Vergewaltigungen und sogar Sklavenauktionen kommen.

jv/haz (afp, dpa, rtre)

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