Mindestens 59 Leichen in Massengräbern in Zentralmexiko entdeckt | Aktuell Amerika | DW | 29.10.2020
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Mexiko

Mindestens 59 Leichen in Massengräbern in Zentralmexiko entdeckt

Mehr als 73.000 Mexikaner gelten als verschwunden - mit anderen Worten: Sie sind Opfer der Gewalt der Kartelle geworden. Nun wurden Gräber im Bundesstaat Guanajuato zu Zeugen dieser Brutalität.

Mexiko I Symbolbild I Tatort in Guanajuato

Guanajuato gehört zu den Staaten in Mexiko mit der meisten Gewalt

Erneut sind in Mexiko Massengräber mit zahlreichen Leichen gefunden worden. Mit Hilfe der Polizei und des Militärs bargen die Behörden in der Gemeinde Salvatierra im zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato die Überreste von 59 Menschen, darunter vermutlich auch Jugendliche, wie Mexikos Beauftragte für die Suche nach verschwundenen Personen, Karla Quintana, mitteilte. In den dort entdeckten "zahlreichen Massengräbern" dürften sich noch weitere Leichen befinden, sagte sie.

Zwei Kartelle im Kampf

In Mexiko kommt es immer wieder zu Gewaltverbrechen krimineller Organisationen wie Drogenkartellen, bei denen Menschen verschwinden. Die Opfer landen oft in Massengräbern oder werden in Säure aufgelöst. Die Zahl der verschwundenen Personen liegt landesweit derzeit bei mehr als 73.000.

Guanajuato gehört zu den Staaten mit der meisten Gewalt. Dort rivalisieren das mächtige Kartell Jalisco Nueva Generación und das regionale Kartell Santa Rosa de Lima um die Vorherrschaft bei Drogenhandel, Treibstoffraub, Erpressung und Entführung. Unklar ist noch, wie lange sich die Leichen - darunter auch bis zu 15 von Frauen - bereits in den Gräbern in dem etwa 265 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt liegenden Salvatierra befanden. 

Allein 2019 rund 36.000 Morde

Erst im Januar hatten Behörden im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco Leichen sowie Körperteile von geschätzt 30 Menschen gefunden. Dort waren seit November 2019 bereits zwei weitere Massengräber mit insgesamt 81 Leichen gefunden worden.

Die meisten der heute Vermissten verschwanden nach 2006, als der damalige mexikanische Präsident Felipe Calderón den Drogenbanden den Krieg erklärte. Damit stieg auch die Gewalt. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet. Allein 2019 gab es etwa 36.000 Morde in dem Land mit 130 Millionen Einwohnern.

sti/pg (afp, dpa, epd)
 

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