Mindestens 15 Tote bei Razzia in Sri Lanka | Aktuell Asien | DW | 27.04.2019
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Anti-Terror-Fahndung

Mindestens 15 Tote bei Razzia in Sri Lanka

Was genau ablief, ist noch unklar. Die Polizei berichtet von einem Einsatz nach den tödlichen Anschlägen vom Ostersonntag. Sie war auf der Suche nach Verdächtigen. Dann fielen Schüsse.

Sri Lanka | Soldaten nach Terroranschlag (picture-alliance/dpa/AP Photo/E. Jayawardena)

Soldaten patrouillieren in Sri Lankas Hauptstadt Colombo (Archivbild)

Nach mehreren Explosionen in einem von der Polizei umstellten Haus in Sri Lanka sind darin mindestens 15 Leichen entdeckt worden, unter ihnen mehrere Frauen und Kinder. Das Gebäude in der Küstenstadt Sainthamaruthu sollte im Zuge einer Anti-Terror-Razzia von Sicherheitskräften gestürmt werden, als es nach Aussagen eines Polizeisprechers zu den Detonationen kam. Nach Geheimdienstinformationen soll es sich um ein Versteck der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gehandelt haben. 

Das Gebäude sei am späten Freitagabend von Einheiten der Polizei und der Armee umzingelt worden. Grund dafür waren Ermittlungen nach den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag, denen mehr als 250 Menschen zum Opfer fielen. Die Sicherheitskräfte wurden demnach aus dem Haus beschossen. Kurz darauf sei es im Innern zu mindestens drei Explosionen gekommen.

Selbstmordattentäter im Haus?

"Wir haben das Gebäude durchsucht und 15 Leichen gefunden, zwölf davon in dem Haus und drei davor", sagte der Sprecher. Die Polizei vermutet, dass die Detonationen auf einen oder mehrere Selbstmordattentäter zurückgehen. Ein Kind und eine Frau seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, so der Sprecher.

Sri Lanka | Soldaten nach Terroranschlag (Getty Images/C. Court)

Die Sicherheitslage in dem südostasiatischen Land ist weiterhin angespannt

Sainthamaruthu liegt etwa 360 Kilometer östlich der Inselhauptstadt Colombo und nicht weit entfernt von der Stadt Batticaloa, wo am Ostersonntag eine Kirche angegriffen worden war. Neun einheimische Selbstmordattentäter, darunter eine Frau, hatten an jenem Tag Anschläge unter anderem auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels verübt.

Die Polizei warnt seither vor neuen Anschlägen durch Islamisten in dem Inselstaat. Weit über 100 Verdächtige, die Kontakt zum IS haben sollen, werden noch gesucht, mehr als 70 befinden sich bereits in Gewahrsam.

Auswärtiges Amt rät von Urlaubsflügen ab

Das Auswärtige Amt in Berlin verschärfte unterdessen seine Reisehinweise. Von nicht notwendigen Aufenthalten in Sri Lanka werde abgeraten, heißt es auf der Webseite der Behörde. Zuvor hatte das Ministerium schon Warnungen veröffentlicht, die sich vorwiegend auf die Hauptstadt Colombo bezogen, jedoch nicht auf das ganze Land.

jj/as (dpa, afp, rtr)