Millionen Pilger baden beim Kumbh-Mela-Fest im Ganges | NRS-Import | DW | 04.02.2019
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Indien

Millionen Pilger baden beim Kumbh-Mela-Fest im Ganges

Zum Höhepunkt des Kumbh-Mela-Festes sind mindestens 20 Millionen Hindus in Nordindien zusammengeströmt. Beim größten Pilgerfest der Welt tauchten die Pilger in die Fluten des Flusses Ganges.

Mit religiösen Gesängen und oftmals mit Asche bedeckt nahmen die Gläubigen in Prayagraj, dem früheren Allahabad, ein Bad im Zusammenfluss der beiden Ströme Ganges und Yamuna, das sie nach ihrem Glauben von Sünden befreit. Zu dem rituellen Massenbad werden insgesamt 30 Millionen Menschen erwartet. Am Neumondtag, dem wichtigsten Ereignis des mehrwöchigen Pilgerfestes Kumbh Mela, gilt das Bad im heiligen Fluss Ganges als besonders glücksbringend.

Mehr als 30.000 Polizisten sind im Einsatz, um das Großereignis zu sichern. Sie sollen unter anderem den Ansturm der Menschenmengen auf die Ghats, die steilen Treppen, die zum Ufer des Flusses führen, in geregelte Bahnen lenken. Dabei kommt es immer wieder zu Massenpaniken.

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Größtes Hindufest der Welt beginnt

Bis zu 140 Millionen Besucher

Die hinduistische Kumbh Mela ist die größte religiöse Veranstaltung der Welt. In diesem Jahr dauert sie vom 15. Januar bis zum 4. März. Insgesamt wird mit bis zu 140 Millionen Besuchern gerechnet. Die örtlichen Behörden haben weitreichende Vorkehrungen getroffen, um die zahlreichen Gläubigen unterzubringen. Für die vielen Pilger wurde eine Zeltstadt eingerichtet, die drei Mal so groß ist wie Manhattan. Zudem wurden Zufahrtsstraßen erweitert und ein neuer Flughafen gebaut, um des Massenansturms Herr zu werden. Bei der Mela 2013 kamen mehr als 40 Menschen bei einer Massenpanik am Bahnhof der Stadt ums Leben.

Damit Millionen Gläubige nicht in gesundheitsgefährdendem Schmutzwasser baden, haben die Behörden umgerechnet rund 35 Millionen Euro ausgegeben, um Abwasserkanäle in den Ganges und den Yamuna zu blockieren oder Wasser aus solchen Kanälen vorab zu klären. Außerdem schöpften Boote mit Spezialausrüstung Abfälle aus dem Flusswasser.

Indien Hindu-Festival Kumbh Mela (Reuters/A. Abidi)

Hindus beim zweiten "Shahi Snan" (großen Bad) in Prayagraj

Das religiöse Fest geht auf einen Kampf zwischen Göttern und Dämonen in der hinduistischen Mythologie zurück. Der Legende nach fielen Garuda, dem heiligen Vogel des Gottes Vishnu, vier Tropfen vom Nektar der Unsterblichkeit aus einem Krug, als er ihn vor bösen Geistern in Sicherheit bringen wollte. Die Tropfen sollen dabei auf die Städte Haridwar, Ujain, Nasik und Allahabad gefallen sein, wo abwechselnd die Kumbh Mela stattfindet.

Teilnehmerzahlen steigen stetig

Das Fest in Allahabad, dem heutigen Prayagraj, wurde zuletzt 2013 zelebriert. Dort fließen nicht nur der Ganges und der Yamuna zusammen, sondern nach hinduistischem Glauben mit ihnen auch der mythologische Fluss Saraswati. Von Mal zu Mal kommen mehr Menschen zur Kumbh Mela, weil sich viele Hindus aus der wachsende Mittelklasse in Indien die Pilgerreise inzwischen leisten können.

Indien Hindu-Festival Kumbh Mela (Reuters/A. Abidi)

Diese Pilger bereiten sich auf das Massenbad vor

Bei der Mela sorgen diesmal viele Plakate, die für Regierungschef Narendra Modi werben, schon fast für eine Art Vorwahlkampfstimmung. Modi und seine hindunationalistische Partei BJP müssen sich im Mai Neuwahlen stellen. Vor einigen Monaten hatte die Regionalregierung auch die Stadt Allahabad, in der die Mela stattfindet, in Prayagraj umbenannt, weil der alte Stadtname auf die muslimischen Herrscher der Mughal-Zeit zurückgehe und nicht indisch genug sei.

kle/jj (epd, afp, dpae)

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