Indiens Kongresspartei setzt auf Priyanka Gandhi | Aktuell Asien | DW | 23.01.2019
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Parlamentswahlen

Indiens Kongresspartei setzt auf Priyanka Gandhi

Ihre Familie gehört zur wichtigsten politischen Dynastie Indiens - nun steigt Priyanka Gandhi ebenfalls in die Politik ein. Sie soll das Ansehen ihrer Familie aufpolieren und die Kongresspartei zum Sieg führen.

Die geschwächte Indische Kongresspartei (INC) zieht mit Priyanka Gandhi als Galionsfigur in die Parlamentswahlen im kommenden Mai. Die 47-jährige Tochter von Sonia und Rajiv Gandhi erhielt den Parteivorsitz im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Uttar Pradesh, wie die Tageszeitung "Times of India" berichtete. Bei den Wahlen tritt die linksliberale Kongresspartei gegen die hindunationalistische Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi an.

Der mit mehr als 200 Millionen Menschen bevölkerungsreichste Bundesstaat gilt als politisch besonders bedeutsam. Er stellt 80 Abgeordnete im Unterhaus in Neu Delhi. 

Aufwind für Gandhi-Dynastie?

Priyanka Gandhi soll Indiens wichtigster politischer Dynastie wieder neuen Glanz bescheren. Ihre Mutter Sonia Gandhi ist die Witwe des 1991 ermordeten Ministerpräsidenten Rajiv. Sie war von 1998 bis 2017 Parteichefin, verzichtete aber auf ein Regierungsamt. Parteichef ist nun ihr Sohn Rahul Gandhi.

BG Indien Priyanka Gandhi (Imago/Hindustan Times)

Priyanka Gandhi mit ihrem Bruder Rahul im April 2014

Das Ansehen der Gandhi-Familie, die schon drei Premierminister stellte, hat zuletzt stark gelitten. Priyanka Gandhi ist beliebt und kann Menschen begeistern, ließ aber bisher ihrem älteren Bruder Rahul den Vortritt. Der Mutter von zwei Kindern wird auch eine Ähnlichkeit mit ihrer berühmten Großmutter Indira Gandhi nachgesagt, der ersten Premierministerin Indiens.

Umstrittener Rahul Gandhi

Viele Kongressmitglieder haben seit Jahren eine größere Rolle für Priyanka Gandhi gefordert, besonders, weil ihr Bruder als Parteichef keine glückliche Figur macht. Der 48-Jährige hat mit ungeschickten Bemerkungen und Auftritten immer wieder Zweifel geweckt, ob er überhaupt Politiker sein möchte. Rahul Gandhi erklärte, er sei "sehr glücklich", dass seine "äußerst fähige und hart arbeitende Schwester" nun mit ihm zusammenarbeiten werde. Die Partei erklärte, Priyanka Gandhi werde ihre Arbeit im Februar aufnehmen.

Nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 hatte die Kongresspartei die nationale Politik jahrzehntelang bestimmt und dominiert. Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 2014 wurde Narendra Modi von der hindunationalistischen BJP mit großem Vorsprung Premierminister. Die Kongresspartei kam nur auf 44 von 543 Sitzen - weniger als je zuvor.

rk/kle (dpa, epd)

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