Miliz lässt mehr als 800 Kinder in Nigeria frei | Aktuell Afrika | DW | 12.10.2018
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Kindersoldaten

Miliz lässt mehr als 800 Kinder in Nigeria frei

In Nigeria hat die Bürgermiliz CJTF laut den Vereinten Nationen 833 Kinder aus ihren Reihen entlassen. Die Miliz ist im Kampf gegen die islamistische Boko Haram im Nordosten des Landes im Einsatz.

Nigeria CJTF-Hauptquartier in Maiduguri (Imago/Zuma Press)

Das Hauptquartier der CJTF-Miliz im Maiduguri

Die Freilassung sei ein Sieg für die Menschenrechte und den Schutz von Kindern, erklärte eine Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF. Nach ihren Angaben wurden 833 Minderjährige freigelassen, von denen manche erst elf Jahre alt sind.

Etliche der Freigelassenen waren auch als Kindersoldaten im Einsatz gewesen. "Wir fordern alle Konfliktparteien auf, keine Kinder mehr zu rekrutieren und Kinder einfach Kinder sein zu lassen.", so die UNICEF-Sprecherin.

Die Bürgermiliz CJTF (Civilian Joint Task Force) ist im Staat Borno im Nordosten Nigerias ansässig. Sie formierte sich 2013 aus verschiedenen, lose organisierten Bürgerwehren. Sie hat sich die Bekämpfung der islamistischen Terrororganisation Boko Haram zum Ziel gesetzt. Vor einem Jahr hatte sie sich vertraglich verpflichtet, keine Kinder mehr aufzunehmen.

Nigerian army claims to have cleared Mubi of Boko Haram (picture-alliance/dpaD. Yake)

Das Militär in Nigeria hat den Aufstand von Boko Haram bereits mehrfach für niedergeschlagen erklärt

Allein in Maiduguri, der Hauptstadt von Borno, hatten die UN knapp 1500 Jungen und Mädchen identifiziert, die mit der CJTF in Verbindung stehen. Auch nach der Freilassung bleibt laut UNICEF noch viel Arbeit zu tun: "Viele Kinder stehen weiter im Dienst anderer bewaffneter Gruppen, sei es als Kämpfer oder als so genannte Unterstützer der Milizionäre."

Maiduguri befindet sich seit Jahren im Zentrum der Angriffe von Boko Haram. Seit Beginn des Aufstands der Extremisten-Miliz 2009 sind mehr als 20.000 Menschen ums Leben gekommen, zwei Millionen wurden vertrieben. Nigerias Armee und Regierung haben den Aufstand wiederholt für niedergeschlagen erklärt. Dennoch verüben die Islamisten immer wieder Anschläge, unter anderem auf Märkte und Moscheen. Weltweit für Aufsehen sorgte die Miliz mit den Entführungen Hunderter Mädchen.

uh/ml (dpa, rtr)

 

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