Militärs in Myanmar nehmen wichtigen Anführer der Protestbewegung fest | Aktuell Welt | DW | 15.04.2021
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Südostasien

Militärs in Myanmar nehmen wichtigen Anführer der Protestbewegung fest

Wai Moe Naing ist einer der drei wichtigsten Anführer der Protestbewegung gegen die neue Junta. Mit einem Trick ist es den Militärs nun gelungen, den 26-Jährigen festzunehmen.

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Proteste in Myanmar halten an

Wai Moe Naing sei in der Stadt Monywa, im Norden von Myanmar, während einer Kundgebung auf seinem Motorrad absichtlich von einem Auto der Einsatzkräfte angefahren und anschließend inhaftiert worden, berichtete ein Augenzeuge. Insgesamt gelten drei Männer als Anführer des Widerstands im früheren Birma - neben Wai Moe Naing sind das Ei Thinzar Maung aus der größten Stadt Yangon, dem ehemaligen Rangoon, und Tayzar San aus Mandalay.

Militär setzt zivile Autos ein

Wai Moe Naing sei immer sehr vorsichtig gewesen, um eine Festnahme zu verhindern, sagte der Zeuge, der anonym bleiben wollte. "Alle anderen Demonstranten haben ihn immer gut beschützt." Nun habe das Militär aber zivile Autos benutzt, um ihn zu verfolgen. So sei es Soldaten gelungen, den 26-Jährigen festzunehmen. "Wir machen uns so große Sorgen um ihn", hieß es.

Myanmar Protestbewegung

Ein Demonstrant lässt eine Taube frei und gedenkt damit der Toten während der Demonstrationen

Seit dem Putsch von Anfang Februar gibt es immer wieder Berichte über schwere Folter bei Verhören. Mehrere Festgenommene haben die Haft nicht überlebt. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sitzen derzeit mehr als 3000 Junta-Gegner in Haft. Den Angaben zufolge wurden seit dem Umsturz mindestens 715 Menschen getötet, darunter etwa 50 Kinder.

Viele Ärzte sind im Untergrund tätig

Die landesweiten Demonstrationen gegen die Generäle dauerten derweil an. In Mandalay ging die Armee mit Gewalt gegen einen Protest von Vertretern des Gesundheitswesens vor. Lokalen Medienberichten zufolge wurden etwa 20 Teilnehmer festgenommen. Zuvor hatte die Militärführung Haftbefehle gegen 20 Ärzte ausgestellt, einige von ihnen prominente Vertreter des Gesundheitssystems im Kampf gegen das Coronavirus. Viele Ärzte weigern sich seit dem Putsch, in staatlich kontrollierten Krankenhäusern zu arbeiten und sind im Untergrund tätig.

"Als das Militär kam, sind die Demonstranten in alle Richtungen geflohen", sagte ein Journalist aus Mandalay. Dabei hätten die Einsatzkräfte auch geschossen, mehrere Menschen seien verletzt worden. Mindestens ein Mensch soll gestorben sein.

nob/ww (dpa, kna)

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