Militär im Sudan verkündet Reformen | Aktuell Afrika | DW | 14.04.2019
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Machtwechsel

Militär im Sudan verkündet Reformen

Nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir hat der neue Militärführer einen radikalen Bruch mit dem bisherigen Herrschaftssystem angekündigt. So will Abdel Fattah Burhan wohl Demonstranten besänftigen.

Man werde den Machtapparat des gestürzten Präsidenten Omar al-Baschir "mit der Wurzel ausrotten", erklärte General Abdel Fattah Burhan (Artikelbild), der neue Anführer des militärischen Übergangsrats im Sudan. Außerdem kündigte er die Freilassung politischer Gefangener an. Die nächtliche Ausgangssperre werde aufgehoben. Die Verantwortlichen für den Tod von Demonstranten bei Protesten sollten vor Gericht gestellt werden, betonte Burhan in seiner ersten Fernsehansprache.

Opposition will nicht aufgeben

Innerhalb von maximal zwei Jahren werde das Militär die Macht an eine zivile Regierung abgeben, versicherte der General. Allerdings fordern Oppositionsgruppen und Demonstranten weiterhin eine sofortige derartige Machtübergabe - andernfalls würden die Proteste vor dem Armee-Hauptquartier in Khartum und in anderen Städten weitergehen. Oppositionelle wollen sich nach eigenen Angaben mit dem Übergangsrat treffen, um über eine Lösung zu beraten.

Sudan Proteste in Khartum (Getty Images/AFP/M. Hemmeaida)

Entschlossene Demonstranten in Khartum - vor dem Hauptquartier der Armee

Der drei Jahrzehnte lang herrschende Baschir war am Donnerstag nach monatelangen Massenprotesten vom Militär zum Rücktritt gezwungen worden. Zunächst wurde mit Awad Ibn Auf ein Weggefährte des abgesetzten Staatschefs an die Spitze des Übergangsrats berufen, der jedoch überraschend nach nur einem Tag den Platz für Burhan räumte. Er wird weniger eng mit Baschirs Herrschaft in Verbindung gebracht wird als sein Vorgänger. Gegen Baschir besteht ein internationaler Haftbefehl wegen Völkermordes.

Burhan nahm inzwischen auch den Rücktritt des sudanesischen Geheimdienstchefs Abdallah Gusch entgegen. Er hatte in den vergangenen Monaten das brutale Vorgehen des Nationalen Geheim- und Sicherheitsdienstes (NISS) gegen die Proteste in dem nordostafrikanischen Land beaufsichtigt.

Saudis helfen Sudans Militär

Rückendeckung erhielt die neue Militärregierung des Sudan durch die Regionalmacht Saudi-Arabien. Die Führung des Königreichs teilte mit, es unterstütze die Maßnahmen des militärischen Übergangsrats in Khartum und werde ihm Hilfslieferungen zukommen lassen, darunter Ölprodukte, Weizen und Medikamente. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate boten Gespräche über Hilfslieferungen an.

wa/cgn (afp, dpa, rtr)

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