Mikrofotografie-Wettbewerb 2025: Wenn Wissenschaft zur Kunst wird
Beim 51. Nikon Small World Mikrofotografie-Wettbewerb wurden die Siegerbilder gekürt – sie zeigen in faszinierender Detailtiefe die Schönheit der mikroskopischen Welt.

Erster Platz: Zhang You
Der diesjährige Hauptpreis ging an Zhang You aus China für ein faszinierendes Makrofoto: Ein Reiskäfer mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Reiskorn. Mit präziser Beleuchtung und feinem Gespür für Komposition vereinte er Wissenschaft und Ästhetik – und zeigt, wie beeindruckend selbst die kleinsten Lebewesen aus nächster Nähe wirken können.
Zweiter Platz: Jan Rosenboom
Das faszinierende Bild der kolonialen Alge Volvox, aufgenommen von Jan Rosenboom und mit dem zweiten Platz ausgezeichnet, zeigt eine Gattung grüner Algen, die kugelförmige Kolonien mit bis zu 50.000 Zellen bildet. Insgesamt gingen beim diesjährigen Mikrofotografie-Wettbewerb rund 1925 Fotoeinsendungen aus 77 Ländern ein.
Dritter Platz: John-Oliver Dum
John-Oliver Dum sicherte sich mit seiner Aufnahme von Pollen in einem Gartenspinnennetz, aufgenommen mit einer 20-fachen Objektivvergrößerung, den dritten Platz. Um die Gewinner zu ermitteln, analysierten die Juroren des Wettbewerbs Beiträge aus aller Welt. Diese wurden nach den Kriterien Originalität, Informationsgehalt, technische Kompetenz und visuelle Wirkung bewertet.
Vierter Platz: James Hayes
Diese abstrakte Aufnahme von James Hayes zeigt Herzmuskelzellen mit Chromosomen in der kondensierten Phase der Zellteilung. Sie wurde mit einem 100-fach vergrößernden Objektiv erstellt. Der Künstler belegte mit einem zweiten Bild den zehnten Platz und schaffte es somit in die Top 10 des renommierten Wettbewerbs, gemeinsam mit seinem Forschungskollegen Dylan Burnette.
Fünfter Platz: Igor Siwanowicz
Das Werk von Igor Siwanowicz zeigt sich bunt und künstlerisch: Zu sehen sind die blau-violetten Sporen einer kleinen tropischen Farnart (Ceratopteris richardii), die intensiv erforscht wird, um die Evolution der Pflanzen zu verstehen. Der Mikrofotografie-Wettbewerb verbindet Wissenschaft und Kunst und macht die verborgene Schönheit der Mikrowelt sichtbar.
Sechster Platz: Francisco Lázaro-Diéguez
Rattenleberzellen, wie hier wunderschön vergrößert dargestellt, werden in der Forschung verwendet, um die Stoffwechsel- und Entgiftungsprozesse des Organs zu erforschen. Francisco Lázaro-Diéguez gelang mit einer 63-fachen Objektivvergrößerung eine Aufnahme von wissenschaftlicher wie ästhetischer Qualität. Er wurde dafür mit dem sechsten Platz ausgezeichnet.
Siebter Platz: Stella Whittaker
Unter dem Immunfluoreszenzmikroskop sind die aus iPS-Zellen gewonnenen sensorischen Neuronen zu sehen, die zur Darstellung von Tubulin und Aktin markiert wurden. Diese spezialisierten Nervenzellen leiten wichtige Informationen über Veränderungen in unserer Umgebung an das zentrale Nervensystem weiter. Mit diesem Foto gelang Stella Whittaker schon bei ihrer ersten Teilnahme eine Top 10-Platzierung.
Achter Platz: Igor Siwanowicz
Malvenpollen keimen auf der Narbe. Dies ist ein natürlicher Vorgang bei Blütenpflanzen, der hier jedoch unter dem Einfluss eines parasitierenden Fadenpilzes stattfindet. Mit dieser eindrucksvollen Aufnahme schafft Igor Siwanowicz es gleich doppelt in die Top 10: Der versierte Biochemiker und Neurobiologe wurde bereits 18 Mal beim Nikon Small World-Wettbewerb ausgezeichnet.
Neunter Platz: Wim van Egmond
Eine faszinierende Aufnahme von Wim van Egmond: Talaromyces purpureogenus ist ein Pilz, der vor allem durch sein rotes, diffus ausgebreitetes Pigment auffällt. Die Aufnahmen von Wim van Egmond wurden bereits über 35 Mal beim Foto-Wettbewerb ausgezeichnet. Darunter waren zwei erste Plätze, zahlreiche Top-20-Platzierungen und in diesem Jahr der neunte Platz.
Zehnter Platz: Dylan Burnette und James Hayes
Dieses Bild von Dylan Burnette und James Hayes zeigt aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) gewonnene Herzmuskelzellen mit kondensierten Chromosomen in der Metaphase, einer Phase der Zellteilung. Damit belegten die beiden Forscher den zehnten Platz bei dem Wettbewerb, der seit seiner Gründung 1974 kreative und technische Spitzenleistungen in der Mikrofotografie würdigt.