Mick Schumacher vor Debüt in der Formel 1 | Sport | DW | 22.03.2021
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Formel 1

Mick Schumacher vor Debüt in der Formel 1

Die Formel 1 hat wieder einen Schumacher. Mick Schumacher, Formel-2-Champion und Sohn von Siebenfach-Weltmeister Michael geht achteinhalb Jahre nach dessen Karriereende für das US-amerikanische Haas F1-Team ins Rennen.

Mick Schumacher bringt einen der größten Namen in die Formel 1 zurück. Der Sohn des Rekordweltmeisters Michael Schumacher startet in dieser Saison für das US-amerikanische Haas-Team und kann es kaum erwarten, in die Fußstapfen seines berühmten Vaters zu treten. "Ich habe 15 Jahre lang davon geträumt, einer der 20 Fahrer zu sein, schon seit ich ein Kind war", sagt Mick Schumacher, der an diesem Montag seinen 22. Geburtstag feiert.  

Bei den Testfahrten in Bahrain, wo am 28. März das Auftaktrennen der Formel 1 stattfindet, lief allerdings noch nicht alles rund. Und so wird frühestens das Qualifying zeigen, wo Schumacher und Haas im Gesamtfeld stehen werden.

Name Schumacher weckt große Emotionen

Doch allein der Name Schumacher sorgt bereits für große Erwartungen. Die Rechteinhaber der Formel 1 verbergen ihre Vorfreude nicht, im Gegenteil: Bei Liberty Media, dem amerikanischen Entertainment-Unternehmen, reibt man sich die Hände. Chase Carey, Geschäftsführer der Königsklasse, fasste es so zusammen: Ein neuer Schumacher in der Formel 1, das sei eine "großartige Story", welche "die Herzen vieler Fans" berühre.

"Davon profitiert die ganze Serie", erklärte auch der neue italienische Formel-1-Chef Stefano Domenicali. Er nannte Rookie Mick Schumacher schon vor dessen ersten Grand Prix "eine Bereicherung". "Es ist großartig, Mick in der Formel 1 zu sehen", sagte der frühere Ferrari-Teamchef und langjährige Weggefährte von Micks Vater Michael bei sport1.de: "Er hat den Aufstieg verdient, hat sich in jeder Kategorie gesteigert und war überall erfolgreich. Das zeigt, dass er das Level eines Formel-1-Fahrers aus eigener Kraft erreicht hat, nicht wegen seines Namens."

 

2020 sicherte sich der damals 21-Jährige den Titel in Formel 2, in der er für das italienische Prema-Team fuhr. Wie schon in der Formel 3, in der er 2018 den Europameister-Titel geholt hatte, entfaltete Mick Schumacher auch in der zweithöchsten Kategorie erst im zweiten Jahr seine Qualitäten.

Mick Schumachers stetiger Aufstieg

Mitentscheidend für den Aufstieg in die Formel 1 war für Mick Schumacher aber auch die enge Partnerschaft von Haas mit Ferrari, deren Nachwuchsakademie Schumacher seit Januar 2019 angehört. "Er ist in einer langfristigen Verbindung mit Ferrari und wir werden seine Entwicklung jederzeit verfolgen, sowohl als Fahrer wie auch als Mensch", wurde Ferrari-Teamchef Mattia Binotto in einer Mitteilung der Fahrer-Akademie des Autobauers zitiert.

Viele Formel-1-Fans, besonders in Deutschland, träumen davon, Mick Schumacher irgendwann im Cockpit eines Ferrari zu sehen - als Pilot des legendären italienischen Rennstalls, bei dem sein Vater zur Formel-1-Legende wurde.

Dass er einen Formel-1-Boliden beherrschen kann, hat Schumacher bereits bewiesen: In der vergangenen Saison gab Schumacher dann ein ordentliches Trainings-Formel-1-Debüt für Haas in Abu Dhabi und kam auch beim Test für Nachwuchsfahrer im Anschluss an das Saisonfinale auf dem Yas Marina Circuit zum Einsatz. "Die Geschwindigkeit ist der Wahnsinn, man kann hart pushen und sich dabei auf den Grip verlassen", sagte Schumacher. "Es macht einfach Spaß, davon bekomme ich bekomme ich nicht genug."

Ferraris B-Team Haas - ein chancenloses Team?

In der Formel 1 tritt Schumacher für ein Team an, das erst 2016 in die Formel 1 eingestiegen ist und im vergangenen Jahr enttäuschte: Haas belegte mit nur drei WM-Punkten den vorletzten Rang in der Konstrukteurswertung. Die beiden damaligen Stammfahrer Romain Grosjean aus Frankreich und Kevin Magnussen aus Dänemark haben den Rennstall verlassen. Grosjean hatte in der vergangenen Saison beim Großen Preis von Bahrain einen Horror-Unfall, bei dem das Auto in zwei Teile brach und sofort in Flammen aufging, ohne größere Verletzungen überstanden.

Somit gehen für Haas zwei neue Stammpiloten an den Start. Teamkollege von Schumacher ist der 22-Jährige Nikita Masepin. Der Russe wird von seinem wohlhabenden Vater Dimitri gefördert und ist wie Schumacher ein Neuling in der Königsklasse. Da sich 2021 weder die Regeln noch die Autos gravierend verändert haben, dürften die Erfolgsaussichten von Schumacher und Mazepin zunächst gering sein. Schumacher startet mit der Nummer 47 und dem legendären Kürzel MSC. 

Indes wird Haas-Teamchef Günther Steiner nicht müde zu betonen, dass 2021 für den kleinen US-Rennstall ein Lehrjahr werde. "Mit Mick Schumacher zu arbeiten, das ist eine Ehre. Das bringt großes Aufsehen. Wir müssen ihm das beste Material geben, ihn aufbauen und ihn vorbereiten für eine große Zukunft." Schumacher und sein  Teamkollege Masepin sollen Erfahrungen sammeln, um dann 2022 bei grundlegend verändertem Reglement das Hinterfeld der Formel 1 zu verlassen und regelmäßig um Punkte zu kämpfen.  

Auf den Spuren seines Vaters

"Von mir erwarte ich, dass ich mein Bestes abliefern kann und mich als Fahrer weiter entwickle", sagte Schumacher der Deutschen Presse Agentur und erklärte auch, wie es zur Nummer 47 kam: "Die 4 und die 7 sind beides meine Lieblingsnummern. Dadurch, dass alle vergeben sind, habe ich mir die 47 ausgesucht. Wenn man all unsere Geburtstage in der Familie zusammenzählt, ergibt das die 47."

Die Familienmitglieder seien auch die ersten Gratulanten nach Bekanntgabe des Wechsels gewesen, sagte Mick Schumacher. Sein Nachname ist für Mick dabei Sprungbrett und Bürde zugleich. Auf den Erfolgspfaden seines Vaters zu wandeln, wird für den hochtalentierten Mick nicht einfach werden. Von Beginn an wird er mit Druck und Erwartungshaltungen konfrontiert sein.

Zumindest selber möchte er sich für sein erstes Jahr aber nicht zu viel Druck machen. "Die Erwartungshaltung von vielen muss ein bisschen gedämmt werden. Wir werden nicht um Siege im nächsten Jahr fahren, auch wenn ich das gern würde", sagte Mick Schumacher, dessen Vater Michael insgesamt sieben WM-Titel und 91 Rennen in der Formel 1 gewann und für viele unvergessliche Momente sorgte.

Seit einem Skiunfall in den französischen Alpen lebt der mittlerweile 52-Jährige aber völlig abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Er erholt sich im Kreise seiner Familie in seiner Schweizer Wahlheimat am Genfer See weiter von dem schweren Schädel-Hirn-Trauma, das er bei seinem Sturz Ende 2013 erlitten hatte.

dvo/og/ck/asz (dpa, sid)

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