Mexiko setzt Armee gegen Flüchtlinge ein | Aktuell Amerika | DW | 03.10.2020
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Mittelamerika

Mexiko setzt Armee gegen Flüchtlinge ein

Die mexikanische Regierung will den Grenzübertritt tausender Migranten auf dem Weg in die USA durch den Einsatz der Armee verhindern. Es geht um eine Gruppe von 3000 mehrheitlich aus Honduras stammenden Flüchtlingen.

Mexiko | Migration (picture-alliance/dpa/AP/O. De Ros)

Mexikanische Soldaten an der Südgrenze des Landes (Archivbild)

"Sie werden nicht über die Grenze kommen", sagte der Chef der Einwanderungsbehörde, Francisco Garduno. Auch Migranten müssten sich "an das Einwanderungsgesetz halten".

Präsident Andrés Manuel López Obrador  sagte, er sehe einen Zusammenhang zwischen dem Flüchtlingskonvoi und der US-Präsidentschaftswahl. "Es ist sehr merkwürdig, dass sich dieser Konvoi ausgerechnet kurz vor der US-Wahl auf den Weg gemacht hat." Es gebe Anhaltspunkte, dass die Aktion "organisiert" wurde, um die US-Wahl zu beeinflussen. 

Am Tag zuvor hatte bereits Guatemala ein hartes Vorgehen gegen die Flüchtlinge angekündigt. Sie seien ohne Corona-Test unterwegs. Ihnen drohe deshalb Haft. Präsident Alejandro Giammattei appellierte an die rund 3000 Menschen, die am Donnerstag aus Honduras kamen, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Die Regierung verhängte den Notstand.

Ein Migrant aus Honduras am Rande einer Autobahn in Puerto Barrios an der guatemaltekischen Karibikküste (Foto: Moises Castillo/AP/dpa/picture alliance)

Ein Migrant aus Honduras am Rande einer Autobahn in Puerto Barrios an der guatemaltekischen Karibikküste

Der Treck war am Mittwoch in der zweitgrößten honduranischen Stadt San Pedro Sula aufgebrochen - nach entsprechenden Aufrufen in sozialen Netzwerken. Tags darauf durchbrachen die Menschen am Grenzübergang Entre Ríos Reihen guatemaltekischer Soldaten. Dabei setzten sie sich auch über geltende Corona-Bestimmungen hinweg: Sie kamen ins Land, ohne den vorgeschriebenen Virustest zu machen. Ebenso trugen viele der mehrheitlich aus Honduras stammenden Migranten keinen Mund-Nasen-Schutz.

"Bitte, unternehmen Sie alle Anstrengungen!"

Vizepräsident Guillermo Castillo richtete an die honduranische Regierung einen Appell, alle Anstrengungen zu unternehmen, damit sich während der Pandemie keine weiteren Gruppen aus Honduras auf den Weg machen. Die Verantwortlichen in Tegucigalpa erklärten wiederum, hinter dem Treck stünden Menschenhändler und die organisierte Kriminalität.

Ziel der Migranten sind die USA - hier eine Gruppe in Entre Ríos in Guatemala (Foto: John Ordonze/AFP/Getty Images)

Ziel der Migranten sind die USA - hier eine Gruppe in Entre Ríos in Guatemala

Eigentliches Ziel der Migranten sind die USA. Die US-Botschaft in Honduras schrieb auf Twitter, es sei schwerer denn je, illegal in die Vereinigten Staaten einzureisen.

Flucht aus dem Elend

Die Menschen fliehen überwiegend vor Armut und Gewalt. Die Corona-Pandemie verschlechterte zudem die Bedingungen auf dem informellen Arbeitsmarkt, in dem ein großer Teil der Menschen in Honduras tätig ist. Vor zwei Jahren hatte ein Treck aus dem zentralamerikanischen Staat in Richtung USA weltweite Beachtung gefunden. Die Großgruppe schaffte es allerdings nur bis in die nordmexikanische Grenzstadt Tijuana. Der Versuch, die US-Grenze zu überrennen, scheiterte.

haz/mak/jj/sti (dpa,afp, kna)

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