#MeToo: Politiker verliert Verleumdungsprozess | Aktuell Asien | DW | 17.02.2021
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Indien

#MeToo: Politiker verliert Verleumdungsprozess

Indiens #MeToo-Bewegung hat einen wichtigen Sieg errungen: Ein Gericht in Neu Delhi wies die Verleumdungsklage eines ehemals hochrangigen Regierungsmitglieds gegen das Opfer zurück.

Indien Neu-Delhi | Me Too Bewegung | Priya Ramani

Priya Ramani (Archivbild)

Die Journalistin Priya Ramani hatte dem früheren Staatssekretär im Außenministerium und ehemaligen Zeitungsherausgeber MJ Akbar im Zuge der #MeToo-Bewegung 2018 sexuelle Belästigung vorgeworfen. Dieser ging anschließend wegen Verleumdung gegen Ramani vor, doch sie wurde jetzt von einem Gericht in Neu Delhi in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Ramani hatte als eine der ersten Inderinnen eine eigene #MeToo-Bewegung nach dem Vorbild der USA losgetreten. In einem "Vogue"-Artikel beschrieb sie 2017, wie sie vor über 20 Jahren als damals 23-Jährige bei einem Bewerbungsgespräch von einem Chefredakteur begrapscht und bedrängt worden sei. Im folgenden Jahr gab sie dann den Namen ihres Peinigers bekannt, der inzwischen als Minister ohne Kabinettsrang in der Regierung von Premier Narendra Modi saß.

Kurz darauf legte der 70-jährige MJ Akbar sein Amt nieder, verklagte Ramani aber gleichzeitig wegen Verleumdung. Er wies alle Vorwürfe zurück und warf der Journalistin vor, seinen guten Ruf zerstört zu haben. Akbar selbst wurde wegen der Vorwürfe gegen ihn nie zur Verantwortung gezogen.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Ramani erfreut über das Urteil. Dank des Prozesses sei das Problem der sexuellen Belästigung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, auch wenn sie selbst statt als Opfer als Angeklagte behandelt worden sei, sagte sie.

qu/uh (dpa, afp)

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