Messi: Rücktritt vom Rücktritt | Sport-News | DW | 12.08.2016
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Sport-News

Messi: Rücktritt vom Rücktritt

So schnell kann es gehen: Aus "Liebe zum Land und Trikot" will Fußball-Star Lionel Messi doch wieder für Argentinien spielen. Sein Sinneswandel hat auch was mit dem neuen Trainer der Argentinier zu tun.

Der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi will doch wieder für sein Land spielen und Vizeweltmeister Argentinien mit neuem Elan zur Fußball-WM in Russland führen. Nicht mal zwei Monate nach den Tränen der Enttäuschung durch die Finalniederlage im Elfmeterschießen der Copa America gegen Chile verkündete Messi den Rücktritt vom Rücktritt, "weil ich mein Land und dieses Trikot zu sehr liebe". Es gebe schon genug Probleme im argentinischen Fußball: "Ich will nicht für noch mehr sorgen."

Der Sinneswandel ist auch ein erster Verdienst des neuen argentinischen Trainers Edgardo Bauza. Er hatte sich zuvor mit Messi getroffen, um den Star des FC Barcelona zum Comeback zu bewegen. Noch bevor Messi seine Rückkehr bekanntgab, hatte Bauza bekundet, dass er daran keine Zweifel habe. Messi wird damit bereits in den nächsten Spielen in der WM-Qualifikation sein Team als Kapitän wieder anführen. Derzeit belegt Argentinien in der Südamerika-Gruppe hinter Spitzenreiter Uruguay und Ecuador Rang drei.

"Geh nicht Lio"

In Argentinien sorgte Messis Ankündigung für großes Aufatmen. In der Online-Ausgabe der Sportzeitung "Ole" verdrängte die Nachricht von seiner Rückkehr zunächst auch das olympische Geschehen. Sein Rücktritt hatte zuvor Reaktionen bis in höchste politische Kreise ausgelöst. Staatschef Mauricio Macri hatte sich dem Twitter-Hashtag îNoTeVayasLio ("Geh nicht, Lio") angeschlossen und geschrieben: "Ich hoffe, dass die Freude, den Besten der Welt zu sehen, noch viele Jahre fortdauert."

Lionel Messi

Neuer Look! Messi mit blonden Haaren und Bart

Er hat sich aber auch in die Herzen seiner Landsleute gespielt, die nach der erneuten Finalniederlage Ende Juni mit ihm litten. Messi hatte einen entscheidenden Elfmeter im Endspiel in New Jersey vergeben. Im Vorjahr hatte Argentinien den Copa-America-Titel ebenfalls gegen Chile im Elfmeterschießen verloren. 2014 scheiterte Messis Team gegen Deutschland im WM-Finale in Brasilien. 2010 scheiterte Messi mit Argentinien ebenso wie 2006 im WM-Viertelfinale an Deutschland. Sein 113. Länderspiel sollte sein letztes gewesen sein, hatte Messi erklärt. "Ich habe hart gearbeitet, ein Titel mit der Nationalmannschaft war das, was ich am meisten wollte. Aber es sollte nicht sein. Deshalb ist es nun vorbei", hatte er gesagt.

Blondiertes Haar und Bart

Aber nicht mal der FC Barcelona wollte das Ende der Ära Messi in der Albiceleste so recht wahrhaben. "Die Leo-Messi-Tage in der Nationalmannschaft scheinen vorbei zu sein. Zumindest hat er das nach Argentiniens jüngster Niederlage den Medien nach gesagt." Nun aber hat es sich der Junioren-Weltmeister von 2005 und Olympiasieger von 2008 anders überlegt. Mittlerweile mit blondiertem Haar und Bart will er auch im Nationaldress wieder das tun, was er am liebsten macht und am besten kann: Fußballspielen.

jhr/jk (sid, dpa)