Merkel will Kramp-Karrenbauer als neue Generalsekretärin | Aktuell Deutschland | DW | 19.02.2018
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CDU

Merkel will Kramp-Karrenbauer als neue Generalsekretärin

Die aktuelle saarländische Ministerpräsidentin soll ihr Regierungsamt in Saarbrücken aufgeben und nach Berlin wechseln. Kanzlerin Angela Merkel wünscht sie sich als neue CDU-Generalsekretärin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer nach Angaben der Deutschen Presseagentur als Nachfolgerin von Peter Tauber zur Generalsekretärin machen. Laut "Süddeutscher Zeitung" will die CDU-Vorsitzende die Führungsgremien ihrer Partei an diesem Montagvormittag über diesen Vorschlag informieren.

Kramp-Karrenbauer soll demnach bereits auf dem Parteitag am 26. Februar in Berlin gewählt werden, bei dem die CDU über den Koalitionsvertrag mit der SPD abstimmen soll. Der bisherige Generalsekretär Peter Tauber hatte am Sonntag sein Amt aufgegeben. Er war seit Dezember 2013 Parteimanager, seine Amtszeit läuft eigentlich bis zum Ende dieses Jahres.

Kanzlerin Kramp-Karrenbauer?

Die Saarländerin ist eine enge Vertraute von Angela Merkel und für einen sachlichen Politikstil sowie ihre unaufgeregte Art bekannt. Seit 2010 sitzt Kramp-Karrenbauer im CDU-Bundespräsidium. Sie gilt als mögliche Nachfolgerin Merkels im Parteivorsitz und als Kanzlerin. Bei der Landtagswahl im Saarland Ende März hatte Kramp-Karrenbauer ihrer Partei trotz des Hypes um den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz einen klaren Sieg gesichert - 40,7 Prozent CDU, 29,6 Prozent SPD.

Kramp-Karrenbauer Angela Merkel Ursula von der Leyen (picture-alliance/dpa/M. Kappeler)

Kramp-Karrenbauer (l.) zählt zu den Vertrauten von Angela Merkel (m.)

Während der Koalitionsverhandlungen war bereits über ihren Wechsel als Ministerin nach Berlin spekuliert worden. Hintergrund ist, dass Kramp-Karrenbauer aus Sicht der engsten Parteispitze vor einer möglichen Kandidatur als Merkel-Nachfolgerin bundesweit bekannter werden soll. In der Partei heißt es, Kramp-Karrenbauer genieße breiten Rückhalt.

Tauber stand in der Kritik

Der bisherige CDU-Generalsekretär Peter Tauber ist in seiner Partei seit längerem umstritten. Kritiker werfen ihm unter anderem Fehler im Wahlkampf vor. Vor allem die Konservativen konnten sich nie mit seinem Einsatz für ein Einwanderungsgesetz und für die Ehe für alle anfreunden. In der CDU hieß es nun, Tauber habe Merkel bereits vor der Bundestagswahl angekündigt, er wolle seinen Posten nach einer Regierungsbildung abgeben.

Nach der Bundestagswahl musste Tauber aufgrund einer schweren Krankheit eine längere Zwangspause einlegen. Bei der Regierungsbildung war er beispielsweise nur zu Beginn der gescheiterten Jamaika-Sondierungen dabei. Dann musste er ins Krankenhaus, Komplikationen machten eine Not-OP nötig. Seit Anfang Februar ist er zur Reha in der Nähe seines hessischen Heimatorts Gelnhausen. Ob Tauber künftig als einfacher Bundestagsabgeordneter arbeitet oder ein Amt in einer künftigen Merkel-Regierung übernehmen soll, blieb zunächst ebenfalls offen.

 mb/as (dpa, afp, Süddeutsche Zeitung)