Merkel warnt die Fluchtwilligen | Aktuell Afrika | DW | 31.08.2018
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Westafrika-Reise

Merkel warnt die Fluchtwilligen

Mehr Kenntnisse über die Risiken, weniger Phantasien über Europa: Aufklärung hat die afrikareisende Kanzlerin auf ihre Fahnen geschrieben. Und neben dem Thema illegale Migration geht es natürlich auch um die Wirtschaft.

"Vieles von dem, was über Europa, was über Deutschland gesagt wird, entspricht nicht der Wahrheit", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari. Dies solle künftig intensiver als bisher in den afrikanischen Ländern deutlich gemacht werden. Deutschland werde in Nigeria wie in anderen afrikanischen Ländern auf die Gefahren hinweisen, wenn Menschen "ihr Land verlassen und oft ihr eigenes Leben damit in Gefahr bringen", sagte Merkel.

Sie wolle mit den Herkunftsländern im Sinne einer "Win-win"-Situation über die Rücknahme verhandeln, bei der beide Seiten Vorteile haben, sagte die Kanzlerin zum Abschluss ihrer dreitägigen Westafrikareise. Bei den weiteren Gesprächen müsse auch daran gearbeitet werden, wie legale Möglichkeiten des Austauschs verbessert werden könnten. So gebe es etwa 1200 nigerianische Studenten in Deutschland - diese Zahl könne auch vergrößert werden.

Keine Rückkehr-Vereinbarung

Aktuell leben nach deutschen Behördenangaben rund 30.000 Nigerianer in Deutschland, die keine Bleibeperspektive haben. Ein Abkommen zur Rückführung wurde beim Besuch der Kanzlerin nicht unterzeichnet. Buhari sagte, er sei "gegen jede Form der illegalen Migration", bei der sich Menschen den Gefahren der Wüste und des Mittelmeers aussetzen würden. Sein Land habe vor etwa sechs Wochen rund 3000 in Libyen festsitzende Nigerianer in die Heimat zurückgeführt, die auf dem Weg nach Europa waren. Seine Regierung werde auch weiterhin dafür sorgen, dass Nigerianer in die Heimat zurückkehren könnten.

Am letzten Tag ihrer Afrikareise hatte Kanzlerin Merkel in Nigerias Hauptstadt Abuja eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrikas einwohnerreichstem Staat angekündigt. So solle etwa durch Kredite die Landwirtschaft gestärkt werden. Außerdem sei ein neues Abkommen des Volkswagen-Konzerns zur Autoproduktion in Nigeria vorgesehen. "Wir müssen hier für die Bevölkerung Perspektiven schaffen", sagte Merkel.

rb/uh (dpa, kna)

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