Merkel möchte ″Motor Afrikas″ ankurbeln | Aktuell Welt | DW | 15.11.2019
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Demokratische Republik Kongo

Merkel möchte "Motor Afrikas" ankurbeln

Die Bundeskanzlerin will den Reformkurs in der Demokratischen Republik Kongo unterstützen, indem Deutschland mehr dort investiert. Präsident Tshisekedi zeigt sich bei seinem Antrittsbesuch in Berlin dafür offen.

Deutschland Berlin Angela Merkel und Felix Antoine Tshisekedi (picture-alliance/dpa/C. Koall)

Schlagen in Berlin ein "neues Kapitel" auf: Präsident Félix Tshisekedi und Kanzlerin Angela Merkel

Deutschland hat den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Absicht, die wirtschaftlichen Beziehungen zur Demokratischen Republik Kongo zu vertiefen. Die Regierung von Félix Tshisekedi habe mutige Reformen auf den Weg gebracht, erklärte Merkel nach einem Treffen mit dem Präsidenten in Berlin.

In diesem Zusammenhang begrüßte es die Kanzlerin, dass Tshisekedi wieder die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) suche. Dies werde es der Bundesregierung ermöglichen, das Engagement deutscher Unternehmen in dem zentralafrikanischen Land etwa durch Hermes-Bürgschaften abzusichern. Der IWF hatte vor sieben Jahren die Zusammenarbeit mit dem Kongo unterbrochen, nachdem Tshisekedis Vorgänger Joseph Kabila sich geweigert hatte, Details zu umstrittenen Rohstoffgeschäften offenzulegen.

Minenarbeiter im Kongo (picture alliance / Jürgen Bätz/dpa)

Interessant für Investoren: Die Demokratische Republik Kongo verfügt über wichtige Rohstoffe

Als ein mögliches Feld des Engagements deutscher Unternehmen nannte Merkel den Energiesektor, insbesondere kleine Wasserkraftwerke. Letztlich entschieden aber die Firmen selber, ob und wo sie investieren wollten, so die Kanzlerin. Das bisherige Engagement deutscher Unternehmen im Kongo bewertete sie als schwach. Ausdrücklich lobte Merkel die Freilassung politischer Gefangener im Kongo.

Politische Öffnung

Tshisekedi sprach davon, dass sein Land der "Motor Afrikas" werden könne. Er wolle den Kongo in alle Richtungen öffnen, sagte der 56-Jährige mit Blick auf die Suche nach Investoren aus der Europäischen Union, aber auch aus China oder Russland. Seine Regierung werde Korruption und andere Faktoren bekämpfen, die Investoren bisher zurückschrecken ließen. Der Staatschef räumte ein, dass mehrere Regionen des Landes von Krisen und Konflikten erschüttert würden. Bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie im Nordosten Kongos gebe es hingegen deutliche Fortschritte.

Kongobecken Regenwald (picture alliance/ WILDLIFE)

Afrikas "Grüne Lunge": das zweitgrößte ununterbrochene tropische Urwaldgebiet der Erde liegt im Kongobecken

Tshisekedi warb auch für mehr Unterstützung beim Erhalt des Regenwalds im Kongobecken. Dieser sei nach dem Amazonas die zweitgrößte Lunge der Erde, deren Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel oft unterschätzt werde.

Vorwürfen, sein Vorgänger Kabila nutze ihn als Marionette, trat Tshisekedi entgegen: "Er weiß, dass ich das Land regiere." Kabila sei ein Berater, den er von Zeit zu Zeit brauche. Tshisekedi hatte Anfang des Jahres Kabilas Nachfolge angetreten, was der neue Staatschef als "historisch" bezeichnete. Schließlich habe es in den knapp 60 Jahren seit der Unabhängigkeit des Kongo nie einen friedlichen und demokratischen Regierungswechsel gegeben.

wa/stu (epd, dpa, rtr)

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