Mehr Hacker-Angriffe auf kritische Infrastruktur | Aktuell Deutschland | DW | 17.02.2019
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Cyberkriminalität

Mehr Hacker-Angriffe auf kritische Infrastruktur

Deutsche Strom- und Wassernetze sind laut einem Medienbericht immer häufiger Ziel von Cyber-Kriminellen. Demnach hat sich die Zahl der Attacken im vergangenen Jahr deutlich erhöht - und einige waren besonders gefährlich.

Von einer "neuen Qualität" der Angriffe sprechen die Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" (WamS). Aus den bislang unveröffentlichten Zahlen gehe hervor, dass dem BSI im zweiten Halbjahr 2018 fast 160 Hackerangriffe auf Versorger kritischer Infrastruktur gemeldet wurden - 19 davon richteten sich demnach gegen das deutsche Stromnetz.

Zur "kritischen Infrastruktur" gehören Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien und Kultur.

Deutschland Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) (picture-alliance/dpa/O. Berg)

Im BSI werden Strategien gegen Hacker-Angriffe entwickelt

Das Ziel: Sabotage

Mit Sorge betrachten die Sicherheitsexperten den rapiden Anstieg der Cyberattacken: Zwischen Juni 2017 und Mai 2018 hatte das BSI 145 Angriffe registriert. In den zwölf Monaten davor waren es sogar nur 34 gewesen. Grundsätzlich ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen.

Bei den Attacken geht es dem Bericht zufolge nicht mehr darum, Geld zu erpressen, sondern um Sabotage: Den Strom ausschalten, die Wasserversorgung manipulieren, die Kommunikation und andere für das öffentliche Leben relevante Bereiche stören.

Die Sicherheitsbehörden vermuteten, dass hinter solchen Angriffen häufig ausländische Nachrichtendienste steckten, heißt es im Bericht der WamS.

"Herzschlag der digitalen Gesellschaft schützen"

Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) forderte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Stromversorgung als "Herzschlag der digitalen Gesellschaft" müsse im Interesse der nationalen Sicherheit auch "Teil der deutschen Cyber-Sicherheitsarchitektur" werden.

Dafür sei es notwendig, dass der Bund zentral für die Cybersicherheit zuständig sei, um mit schlanken Strukturen und kurzen Entscheidungswegen frühzeitig auf Bedrohungen aller Art zu reagieren. Stadtwerke und Netzbetreiber müssten dabei einbezogen sein.

Die Bundesregierung will mit einer neuen Agentur für Cybersicherheit den Schutz vor Angriffen im Internet stärken.

Angriffe, die kritische Infrastruktur wie Kraftwerke lahmlegen, sind ein Schreckensszenario für einen Cyberkrieg. Beim BSI können Konzerne derartige Vorfälle melden - je nach Größe und Relevanz müssen sie das sogar.

mak/hk (dpa, rtr, bsi.bund.de)

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