Mehr als 100.000 Corona-Tote in Europa | Aktuell Europa | DW | 18.04.2020
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COVID-19

Mehr als 100.000 Corona-Tote in Europa

Europa ist schon seit längerem der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Kontinent. Doch nun hat die Zahl der COVID-19-Todesfälle eine neue, traurige Dimension erreicht: eine sechsstellige!

In Europa sind inzwischen mehr als 100.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben - das sind knapp zwei Drittel der weltweiten Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2. Die Schwelle wurde am Samstagabend (MESZ) überschritten, wie eine Zählung auf Grundlage der Angaben nationaler Behörden ergab.

Die meisten Verstorbenen in Europa wurden aus Italien gemeldet, nämlich mehr als 23.200. Global betrachtet liegt diese Zahl nur in den USA höher, wo nach offizieller Darstellung schon über 35.400 Infizierte ihr Leben verloren. Spanien übersprang mittlerweile die Marke von 20.000 registrierten Todesfällen, Frankreich hat fast ebenso viele, das Vereinigte Königreich mehr als 15.400 (Stand jeweils 18.04.2020).

Italien Corona-Pandemie Intensivstation (Imago Images/Pacific Press )

Italien schöpft neue Hoffnung: Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schwächte sich dort zuletzt ab

Insgesamt wurden in europäischen Ländern rund 1,14 Millionen Infektionen mit dem Erreger der Lungenerkrankung COVID-19 registriert, weltweit sollen es 2,3 Millionen sein. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, da in vielen Staaten nur begrenzte Testkapazitäten bestehen.

"Noch nicht ausreichend"

Spaniens Regierung kündigte derweil an, die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre um zwei weitere Wochen zu verlängern. Die Beschränkungen sollen grundsätzlich bis zum 9. Mai bestehen bleiben, wie Regierungschef Pedro Sánchez am Samstagabend in einer Rede an die Nation mitteilte. Ende April würden die Regelungen aber voraussichtlich für Kinder gelockert. Sie sollen dann in "begrenztem" Umfang Zeit im Freien verbringen dürfen.

Spanien | Pedro Sanchez | Coronavirus (Reuters/File/S. Perez)

Pedro Sánchez: "Wir sehen am Horizont einen langsamen Marsch in Richtung einer neuen Normalität"

"Wir haben die extremsten Momente hinter uns gelassen", sagte Sánchez. Die im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erzielten Erfolge seien aber "noch nicht ausreichend" und dürften nicht durch "überstürzte Entscheidungen" gefährdet werden.

In Deutschland ...

... wurden bis Samstagabend rund 140.000 Coronavirus-Infektionen registriert, etwa 85.000 Menschen haben nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) hierzulande die Erkrankung schon überstanden. Die Zahl der Toten lag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei mindestens 4288.

Die sogenannte Reproduktionsrate schätzte das RKI zuletzt auf 0,8, womit die Zahl der Neuerkrankungen in der Bundesrepublik weiter zurückgehen müsste. RKI-Chef Lothar Wieler hatte wiederholt erklärt, Ziel sei es, die Rate möglichst auf unter 1,0 zu drücken. Auch Kanzlerin Angela Merkel betonte, die Marke sei mit Blick auf Lockerungen der Corona-Auflagen ein wichtiges Kriterium. Der Wert 1,0 bedeutet, dass jeder Infizierte im Schnitt eine andere Person ansteckt.

wa/al (afp, dpa)

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