Medien: Sonderermittler Robert Mueller lädt Steve Bannon vor | Aktuell Amerika | DW | 16.01.2018
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Russland-Affäre

Medien: Sonderermittler Robert Mueller lädt Steve Bannon vor

Der einstige Strategiechef von US-Präsident Trump, Steve Bannon soll in der Russland-Affäre aussagen. Ob er vor der Grand Jury erscheinen wird, ist offen – einem anderen Gremium verweigerte er Antworten. 

Der US-Sonderermittler zur Russland-Affäre, Robert Mueller, hat laut einem Zeitungsbericht den früheren Chefideologen im Präsidialamt, Steve Bannon (Archivbild), als Zeugen einbestellt. Die Vorladung vor eine sogenannte Grand Jury sei in der vergangenen Woche ergangen, meldet die "New York Times" (NYT) unter Berufung auf einen Insider. Das Geschworenengremium, das auf Muellers Betreiben im vergangenen Jahr eingesetzt wurde, ist mit umfassenden Vollmachten ausgestattet.

Der Zeitung zufolge ist es das erste Mal, dass ein enger Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump vor die Grand Jury zitiert wird. Ob Bannon aber tatsächlich vor den Geschworenen erscheint, ist laut NYT ungewiss. Möglicherweise wolle Mueller den Ex-Strippenzieher unter Druck setzen, damit dieser sich zu einer Befragung durch Mueller und dessen Team in weniger formellem Rahmen bereiterkläre, schreibt das Blatt.

Fragen hinter verschlossenen Türen

Bannon hatte sich am Dienstag hinter verschlossenen Türen den Fragen des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus gestellt. Dort weigerte er sich, eine Reihe von Fragen zu beantworten und berief sich dabei auf das Recht des Präsidenten, der Öffentlichkeit Informationen vorzuenthalten. Das Komitee untersucht ebenso wie Mueller eine mutmaßliche russische Einflussnahme auf die Präsidentenwahl 2016 und prüft dabei auch eine Verstrickung von engen Vertrauten Trumps. Die Regierung in Moskau und der nunmehrige Präsident weisen zurück, dass es geheime Absprachen gab.

USA - Ermittlungen zur Russland-Affäre - Robert Mueller (picture alliance/AP/dpa/A. Harnik)

Der frühere FBI-Chef Robert Mueller (Archivbild)

Bannon, der bis Anfang dieses Jahres das rechtspopulistische Webportal "Breitbart News" leitete, war im Wahlkampf und den ersten Monaten nach Trumps Vereidigung einer von dessen engsten Vertrauten. Im August wurde er entlassen, ließ aber zunächst nichts auf den Präsidenten kommen. Zum Zerwürfnis kam es, nachdem sich Bannon in einem Enthüllungsbuch auch kritisch über Trumps Sohn Donald Jr. geäußert hatte.

Der Präsident warf seinem einstigen Berater daraufhin öffentlich vor, "den Verstand verloren" zu haben. Bannon spricht von Verrat und unpatriotischem Verhalten. Zu dem jüngsten Bericht der "New York Times" gaben bisher weder Bannons Anwalt noch der Sprecher von Sonderermittler Mueller eine Stellungnahme ab.

jj/qu (dpa, afp, rtr)

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