Max Kruse macht olympischen Heiratsantrag | Sport | DW | 25.07.2021
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Private Botschaft ganz öffentlich

Max Kruse macht olympischen Heiratsantrag

Wollte er schon nach dem zweiten Spieltag sicherstellen, dass er die Olympischen Spiele als Erfolg verbuchen kann? Max Kruse ging nach dem ersten Sieg der deutschen Fußballer in Yokohama auf die Knie.

Das muss man Max Kruse lassen, der Mann ist immer für eine Überraschung gut. Routiniert hatte der Ersatz-Kapitän der deutschen Olympiafußballer - der eigentliche Spielführer des DFB-Teams, Maximilian Arnold, fehlte gesperrt - nach dem hart erkämpften 3:2-Sieg gegen Saudi-Arabien die Fragen der ARD-Reporterin beantwortet. Plötzlich hörte man aus dem Off: "Dann jetzt die Message bitte!"

Kruse murmelte, dass er damit eigentlich bis zu seinem ersten Tor in Tokio habe warten wollen: "Aber wer weiß, ob das passiert." Dann streifte der 33-Jährige die Kapitänsbinde ab und zog sich das Trikot vom Leib. Darunter trug er ein ärmelloses Unterhemd, auf dem ein Heiratsantrag auf Kurdisch aufgedruckt war. Kruse kniete nieder und richtete das Wort an seine Freundin Dilara in der Heimat: "Schatz, wir sind schon ein paar Monate zusammen, eigentlich schon fast ein Jahr, es war eine schöne Zeit." Dann fragte er, ob sie seine Frau werden wolle und beendete seine Botschaft mit den Worten: "In diesem Sinne schöne Grüße nach Deutschland." Hinterher postete Kruse auf Instagram ein Video mit singenden deutschen Spielern im Mannschaftsbus und der Aufschrift "She said yes".

EM-Analyse aus dem Whirlpool

Die Aktion passte zu dem extrovertierten Profi des 1. FC Union Berlin, der immer für eine Schlagzeile gut ist. So hatte Kruse vor einem Monat während der Fußball-Europameisterschaft auf dem Streaming-Videoportal Twitch die 0:1-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft im ersten Spiel gegen Frankreich auf eigenwillige Art analysiert: im Whirlpool in Mexiko sitzend. Zwischendurch zog Kruse immer wieder an der Wasserpfeife, ab und zu lächelte seine Freundin - jetzt bald Ehefrau - im luftigen Sommer-Look in die Kamera.

Ex-Bundestrainer Joachim Löw hatte Kruse einst aussortiert, weil er sich "wiederholt unprofessionell" verhalten habe, eine schöne Umschreibung für einige Eskapaden des Spielers. Stefan Kuntz, Trainer der Olympia-Mannschaft, gab dem alternden Torjäger eine späte Chance, sich im DFB-Dress zu profilieren. Vielleicht auch, weil er wusste, dass einer wie Kruse in der Lage ist, die Stimmung im Team während des Turniers hochzuhalten - wenn er selbst Spaß hat. Daran scheint es dem Torjäger in Tokio nicht zu mangeln. Und, beflügelt von seinem erfolgreichen Heiratsantrag, klappt es ja vielleicht doch noch mit einem Olympia-Tor: möglicherweise schon am kommenden Mittwoch im letzten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste. Und welche Überraschung hat Kruse danach im Köcher? Man darf gespannt sein.