Massenpanik nach Feier in Caracas | Aktuell Amerika | DW | 16.06.2018
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Venezuela

Massenpanik nach Feier in Caracas

Party mit tödlichem Ende: Erst bricht ein Streit aus, dann eskaliert die Lage in einem Nachtklub. Eine chemische Substanz führt zum Desaster.

Venezuela Sitz des Cotorros Klubs (Reuters/M. Bello)

Das Gebäude des Clubs "Los Cotorros" in Caracas

Bei einer Massenpanik in einem Club im Westen der venezolanischen Hauptstadt Caracas sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Die Panik sei ausgebrochen, als ein Gast nach einem Streit eine Tränengasgranate in die Menge geworfen habe, teilte Innen- und Justizminister Néstor Reverol im Staatsfernsehen mit.

Derjenige, der die Granate warf, ist demnach minderjährig - ebenso wie mehrere Opfer. Einige der Toten sind laut Berichten erstickt. Woran die anderen starben, werde noch untersucht. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt.

Club-Chefin festgenommen

Nach dem Vorfall nahm die Polizei sieben Menschen fest, darunter auch die Geschäftsführerin des Lokals. Vor dem Streit hatten dort zahlreiche Studenten den Abschluss ihres Studiums gefeiert. Als die Panik ausbrach, hielten sich rund 500 Menschen in dem Club auf. 

Massenpaniken in Diskotheken führen immer wieder zu Katastrophen mit vielen Todesopfern. Ende 2002 waren nach einem Brand in einem Tanzlokal in Caracas 50 Menschen ums Leben gekommen. Alle Notausgänge des überfüllten Nachtclubs waren damals geschlossen. Zudem ist Venezuela eines der gefährlichsten Länder der Welt. In dem südamerikanischen Land sind zahlreiche Waffen im Umlauf, vor allem in der Hauptstadt Caracas kommt es täglich zu schweren Gewalttaten. Mit 111 Tötungsdelikten je 100.000 Einwohnern zählt Caracas zu den gefährlichsten Städten der Welt außerhalb von Kriegsgebieten.

jj/haz (afp, rtr)