Marx-Statue in Trier enthüllt | Kultur | DW | 05.05.2018
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Kultur

Marx-Statue in Trier enthüllt

Pünktlich zum 200. Geburtstag des Philosophen, Ökonomen und Journalisten Karl Marx fiel das rote Tuch, das die Marx-Statue bedeckte. Das umstrittene Geschenk der chinesischen Regierung steht nun im Zentrum von Trier.

Im März kam die überlebensgroße Statue von Karl Marx in Deutschland an. Eingepackt in Folie, lag das Werk des chinesischen Künstlers Wu Weishan in einer gepolsterten Kiste und wartete auf seine Aufstellung. Im April war es dann so weit. Doch der Denker blieb verhüllt - nur für ein paar Pressefotos war sein Antlitz kurze Zeit unbedeckt. Damit ist es nun vorbei. Die umstrittene Marx-Statue, die inklusive Sockel rund 5,50 Meter hoch ist, steht nun für alle zugänglich nahe der Porta Nigra, dem Wahrzeichen der Stadt Trier. Im rheinland-pfälzischen Trier wurde Marx am 5. Mai 1818 geboren. Seine ersten 17 Lebensjahre verbrachte er dort.

Geschenk aus China als "Säule und Brücke der Partnerschaft"

Zur feierlichen Enthüllung waren rund 200 Gäste aus der Bundes- und Landespolitik eingeladen. Auch der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, sowie der Vizeminister des Informationsbüros des Staatsrates der Volksrepublik China, Guo Weimin, waren zugegen. Im Vorfeld hatte es viele Proteste gegen das Geschenk aus China gegeben. Den Menschen zu ehren, der als geistiger Vater des Kommunismus gilt, der wiederum viele Opfer gebracht hat, empfanden einige Trierer, Politiker und Menschenrechtsorganisationen als unangebracht. Andere lobten Marx als "großen Sohn der Stadt" und befürworteten das Denkmal. 

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Enthüllung der Karl-Marx-Statue in Trier (picture-alliance/dpa/A. Tittel)

Ein neues Denkmal für Trier: die monumentale Karl-Marx-Statue im Stadtzentrum

Die Kontroverse scheint nun fast vergessen - trotz Demonstrationen am Rande der Feierlichkeiten. Die in China verbotene Falun-Gong-Bewegung, AfD-Anhänger und ein Bündnis gegen die AfD zogen durch die Stadt. Bis zum Nachmittag seien die Proteste laut Angaben der Polizei aber friedlich geblieben. "Das Geschenk aus China empfinde ich als eine Säule und Brücke der Partnerschaft", sagte Malu Dreyer (SPD), die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin beim Festakt. Das Jubiläum sei eine Gelegenheit, neu auf Marx zu blicken und sich mit ihm auseinander zu setzen. Er dürfe nicht für spätere Entwicklungen verantwortlich gemacht, aber zugleich auch nicht "zum Heiligen hochstilisiert" werden. Anlässlich des 200. Geburtstags des wohl berühmtesten Sohns der Stadt findet nicht nur ein großes Bürgerfest statt, auch drei Ausstellungen widmen sich dem Denker und Kapitalismuskritiker.

rey/djo (dpa, epd)

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