Mario Götze: Immer wieder Abschied | Sport | DW | 08.01.2020
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Bundesliga

Mario Götze: Immer wieder Abschied

Dass die Uhr von Mario Götze bei Borussia Dortmund offenbar abläuft, wirkt wie ein Déjà-vu. Seit dem WM-Coup 2014 scheint Götzes Karriere wie gefesselt und er selbst nicht in der Lage, den Knoten zu lösen.

Mario Götze ist wieder mal auf der Suche. Nach einem Verein und einem Trainer, der sein Können wertschätzt, nach Erfolg, nach beruflichem Glück. Alles deutet darauf hin, dass Götzes Tage bei Borussia Dortmund gezählt sind. Mit dem norwegischen Toptalent Erling Haaland hat der BVB einen weiteren Konkurrenten für Götze verpflichtet, den dritten nach Thorgan Hazard und Julian Brandt im vergangenen Sommer. Damit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der WM-Held von 2014 in der Bundesliga-Rückrunde noch häufiger die Ersatzbank drücken wird als in der Hinserie: Trainer Lucien Favre gönnte dem WM-Helden von 2014 bei elf Einsätzen zusammengenommen nur 487 Einsatzminuten, sprich 5,6 Spiele.

Götzes Vertrag in Dortmund läuft zum Saisonende aus, die Verhandlungen über eine Verlängerung sind nun angeblich geplatzt. Seit langem halten sich Spekulationen, dass es den 27-Jährigen zu neuen Ufern zieht - nach Italien zu Inter Mailand, nach Berlin zu Hertha BSC und Trainer Jürgen Klinsmann oder sonst wohin.

Der weiße Brasilianer

Die Situation erinnert an jene im Sommer 2016, als Carlo Ancelotti, der damals neue Trainer des FC Bayern, Götze empfahl, sich einen neuen Verein zu suchen. Damit war endgültig klar, dass Götzes Uhr beim FC Bayern nach drei eher mauen Jahren abgelaufen war. Götze kehrte nach Dortmund zurück - dorthin, wo ihm als jungem Spieler unter Erfolgstrainer Jürgen Klopp der Durchbruch gelungen war.

Fußball Bundesliga TSG 1899 Hoffenheim vs. BVB Borussia Dortmund (picture alliance/Pressefoto Baumann)

In der Bundesliga-Hinrunde erzielte Götze (2.v.l.) in elf Bundesliga-Einsätzen drei Tore

Mit 17 Jahren gab Götze beim BVB sein Bundesliga-Debüt, ein Jahr später war er Nationalspieler. Die Medien feierten ihn wegen seiner technischen Kabinettstückchen als "Götzinho" oder auch "weißen Brasilianer". Zweimal in Serie - 2011 und 2012 - wurde Götze mit den Dortmundern deutscher Meister, ehe er 2013 von der in seinem Vertrag festgeschriebenen Ausstiegsklausel Gebrauch machte und zu den Bayern wechselte.

Latte zu früh zu hoch

Dann der 13. Juli 2014: Als Einwechselspieler erzielte Götze in der Nachspielzeit des WM-Endspiels gegen Argentinien das 1:0-Siegtor - ein Treffer für die Geschichtsbücher. Erst 22 Jahre alt war Götze damals, und alle Welt erwartete, dass spätestens in dieser 113. Minute in Rio de Janeiro ein neuer internationaler Superstar geboren worden sei.

WM-Finale- Tor Mario Götze (picture alliance / dpa)

Mit seinem Tor gegen Argentinien schoss Götze Deutschland 2014 zum Weltmeister

Vielleicht lag die Latte einfach zu früh viel zu hoch. Seit dem Coup von Rio rumpelte die Karriere Götzes vor sich hin, immer wieder unterbrochen durch Verletzungen, angeblich bedingt durch eine Stoffwechselstörung. Doch auch wenn er fit war, gelang es Götze nicht, sich durchzusetzen: weder beim FC Bayern noch nach seinem Comeback beim BVB und auch nicht in der Nationalmannschaft, wo er in den Planungen von Bundestrainer Joachim Löw längst keine Rolle mehr spielt.

Es wirkt, als liege Götzes einst so verheißungsvoll gestartete Karriere in Fesseln, und er selbst sei nicht in der Lage, den Knoten zu lösen. Seinen Fans wünschte Götze am 31. Dezember via Facebook ein "aufregendes neues Jahr. Ich hoffe, ihr erreicht all eure Ziele." Ob er auch sich selbst im Sinne hatte, als er diese Worte schrieb?

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