Marie und Maximilian sind die beliebtesten deutschen Vornamen 2017 | Lebensart | DW | 03.05.2018
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Lebensart

Marie und Maximilian sind die beliebtesten deutschen Vornamen 2017

Marie, Maria, Sofie, Sofia. Deutsche Eltern sind bei der Namensgebung nicht sehr kreativ. Seit Jahren landen die gleichen Vornamen in den Top Ten. Die Deutschen lieben es klassisch und kurz. Damit sind sie nicht allein.

Junge Eltern stehen nicht nur vor der Wahl, welcher Kinderwagen der beste fürs Baby ist oder welche Farbe das Kinderzimmer dominieren soll. Sie müssen eine Entscheidung treffen, die ihr Kind ein Leben lang prägen wird: Der Name wird es immer begleiten und sollte daher wohl überlegt sein.

In Deutschland gibt's es für alles Regeln, so auch für die Namensvergabe. Der Name des Kindes muss eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sein. Er darf ausgefallen sein, aber nicht rufschädigend. Cartier und Chaplin ist erlaubt, Pinocchio und Batman hingegen nicht. Doch so viel Kreativität legen die wenigsten Eltern an den Tag. Die meisten Deutschen entscheiden sich seit Jahren für die immer gleichen Namen. Individualität hin oder her. Alte Namen, also Namen wie Josef oder Elisabeth, die schon die Großväter und Großmütter getragen haben, sind wieder in - häufig als Zweitname. Dauerbrenner seit Jahren sind die Namen Marie/Maria, Sophie/Sofie, Alexander und Maximilian. Auch in diesem Jahr gehören diese Namen wieder zu den Spitzenreitern.

Klassisch und kurz

In den Top Ten tauchen neben den Klassikern viele kurze Namen auf: Mia, Emma und Anna, Ben, Noah und Leon. Die Gesellschaft für deutsche Sprache erkennt darin einen gesellschaftlichen Wandel: "Auf einem kurzen Namen ballt sich also durch den Einsatz vieler Vokale und verhältnismäßig weniger Konsonanten eine hohe Klangfülle. Dadurch wirken die Jungen- und Mädchennamen weicher und androgyner - die Geschlechter nähern sich einander in der Namengebung immer weiter an und Gender wird abgeschwächt."

Säugling (picture alliance)

Im Zweifel einfach mit Marie ansprechen - es besteht eine 2,68 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Name stimmt

Seit 1977 veröffentlicht die Gesellschaft für deutsche Sprache einmal im Jahr die beliebtesten Vornamen für Jungen und Mädchen in Deutschland. In diesem Jahr lagen der Auswertung erstmals die tatsächlichen Vergabezahlen zugrunde. Rund 700 Standesämter übermitteln die Namen an die Gesellschaft für deutsche Sprache - das sollen, so die Gesellschaft, fast 90 Prozent aller Vornamen sein, die im Jahr 2017 von den Ämtern erfasst wurden.

International beliebte Namen

In Großbritannien werden die populärsten Namen traditionell im Sommer veröffentlicht, daher liegen noch keine Zahlen für 2017 vor. 2016 führten Oliver, Harry und George die Liste an - immerhin zwei Namen beliebter Prinzen des englischen Könighauses. Auch der aktuell in Deutschland beliebte Name Noah taucht in den Top Ten auf. Olivia, Amelia und Emily sind die beliebtesten britischen Mädchennamen. Auch Mia hat es gerade noch in die Top Ten geschafft. Neue Zahlen aus den USA liegen ebenfalls noch nicht vor. Die beliebtesten Namen 2016: Noah, Liam und William sowie Emma, Olivia und Ava.

In Frankreich gibt es eine offizielle Rangliste, die seit vielen Jahren von der Autorin Stéphanie Rapoport zusammengetragen und als Buch "L'Officiel des prénoms" veröffentlicht wird. Auf den ersten Plätzen des 2018er-Rankings stehen bei den Mädchen Louise, Emma und Jade, bei den Jungen Gabriel, Raphaël und Jules. Auch in Südamerika werden die beliebtesten Namen ermittelt. Natürlich variieren die Favoriten von Land zu Land, aber 2016 und 2017 lagen Mateo, Santiago und Benjamin sowie Sofia, Isabella und Emilia immer weit vorn. Maximiliano - die spanische Form von Maximilian - ist ebenfalls oft in den Top Ten vertreten.

Christliche Tradition

Natürlich gibt es nationale Besonderheiten, dennoch werden einige Namen, wenn auch in leicht abgewandelter Form, weltweit vergeben. Das ist kein neues Phänomen oder eine Folge der Globalisierung, sondern geht auf die gemeinsame christliche Tradition zurück. Zahlreiche Namen wie Noah, Mia, Marie und Paul tauchen schon in der Bibel auf. Auch die Namen von Heiligen, Märtyrern oder Päpsten dienten den Namensgebern Jahrtausende lang als Inspiration. Doch Geschichte und Bedeutung dieser christlichen Vornamen ist vielen Eltern heute gar nicht mehr bewusst - oder gleichgültig. Hauptsache er klingt schön und passt zum Nachnamen.

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