Malta: Verdächtige im Journalistenmord kommen vor Gericht | Aktuell Europa | DW | 21.12.2017
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Mord auf Malta

Malta: Verdächtige im Journalistenmord kommen vor Gericht

Im Fall, der im Oktober auf Malta ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia müssen sich drei Männer vor Gericht verantworten. Die Investigativreporterin war durch eine Autobombe getötet worden.

Ein Magistratsgericht entschied nach einer Anhörung, dass genügend Beweise vorliegen, um ein Verfahren rechtfertigen zu können. Die drei Männer waren Anfang Dezember festgenommen worden und werden beschuldigt, die Journalistin am 16. Oktober ermordet zu haben. Alle drei weisen die Vorwürfe zurück.

Die Polizei geht davon aus, dass zwei der Beschuldigten Caruana Galizia beobachteten und den Dritten telefonisch angewiesen haben, die Bombe zu zünden. Einer der Angeklagten, der die Autobombe per SMS von einem Boot aus ausgelöst haben soll, habe die Explosion über das Handy seines Bruders mitgehört, berichtete der Leiter der Mordkommission, Keith Arnaud, vor einem Gericht in Valletta.

Malta Verhaftungen nach Mord an Bloggerin (picture-alliance/AP)

Verhaftungen nach dem Mord an der Journalistin Caruana Galizia

Der Beschuldigte habe sich unweit des Tatortes in Bidnija aufgehalten und sein Opfer beobachtet. Das Telefonat zwischen den beiden Verdächtigen habe 107 Sekunden gedauert - so lange, wie man mit einem Auto vom Wohnhaus der Familie der Journalistin zum Ort der Explosion brauche, berichtete Arnaud weiter.

Korruption im Visier

Caruana Galizia war die bekannteste Investigativ-Journalistin Maltas und prangerte in ihrem Blog wiederholt Korruption auf der Mittelmeerinsel an. Zuletzt beschäftigte sie sich mit den sogenannten Panama Papers. Dabei war sie möglichen Verbindungen zwischen Mitarbeitern der maltesischen Regierung, ausländischen Banken und Firmen in Steuerparadiesen nachgegangen.

Der Generalstaatsanwalt Maltas muss nun die Anklageschrift gegen die drei Beschuldigten ausarbeiten. Einen Termin für das Verfahren gibt es noch nicht.

Der Mord an der regierungskritischen Journalistin hatte international für Entsetzen gesorgt. Unklar ist, ob die Angeklagten auch im Auftrag von Hintermännern gehandelt haben.

cgn/rb (dpa, rtr)