Malta setzt nach Ermordung einer Journalistin hohe Belohnung aus | Aktuell Europa | DW | 21.10.2017
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Pressefreiheit

Malta setzt nach Ermordung einer Journalistin hohe Belohnung aus

Auch Tage nach dem tödlichen Autobombenanschlag auf die regierungskritische Journalistin Caruana Galizia auf Malta gibt es noch keine heiße Spur. Nun lobt die Regierung eine Belohnung von einer Million Euro aus.

Journalisten demonstrieren nach Mord an Daphne Caruana Galizia in Valletta, Malta (AFP/Getty Images/M. Mirabelli)

Journalisten legen in Valetta Blumen und Kerzen zum Gedenken an Caruana Galizia nieder

Wer Hinweise geben kann, die zur Identifizierung der Täter und zur Aufklärung des Attentats auf die Journalistin Daphne Caruana Galizia führen, erhält eine Million Euro. Das teilte die Regierung in Valletta mit. Die Journalistin und Bloggerin war am Montag durch die Explosion einer Autobombe in der Nähe ihrer Wohnung in Bidnija getötet worden. Die Regierung sei entschlossen, den Mord aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen. "Der Fall ist von außerordentlicher Bedeutung und verlangt außerordentliche Maßnahmen - Gerechtigkeit muss getan werden, egal was es kostet", erklärte die Regierung. Jeder, der relevante Informationen an die Behörden weitergebe, könne mit vollem Schutz rechnen.

Die Journalistin forderte hochrangige Politiker immer wieder mit aufsehenerregenden Enthüllungen heraus, etwa im Skandal um Briefkastenfirmen in Panama, die sie auf ihrem Blog "Running Commentary" veröffentlichte. Caruana Galizia beschuldigte auch Mitarbeiter von Premierminister Joseph Muscat, Übersee-Briefkastenfirmen zu betreiben.

Weitere Demonstration am Sonntag

Auch Tage nach dem Anschlag gibt es offiziell keine stichhaltigen Hinweise, wer das Attentat verübt haben könnte. Am Sonntag wollen in der Hauptstadt Valletta tausende Menschen für eine rasche Aufklärung und gegen Korruption im politischen System demonstrieren.

Weltweit wurde der Anschlag verurteilt. Kritiker werfen der Regierung in Valletta vor, dass das System von Korruption zerfressen sei. Auch habe die Mafia die Insel unterwandert. Am Freitag reagierte Papst Franziskus mit Betroffenheit auf den gewaltsamen Tod der maltesischen Journalistin. In einem Telegramm überbrachte der Vatikan den Angehörigen nach dem "tragischen Tod" der 53-Jährigen die Anteilnahme des katholischen Kirchenoberhauptes. Der Papst versichere dem maltesischen Volk seine spirituelle Nähe "in diesem schwierigen Moment".

kle/uh (dpa, ape, kna)

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