Mali wählt ein neues Parlament | Aktuell Afrika | DW | 19.04.2020
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Westafrika

Mali wählt ein neues Parlament

Die zweite Runde der Parlamentswahl in Mali wird nicht nur durch die Sorge vor islamistischem Terror sondern auch vor dem Coronavirus überschattet. Bislang blieb es ruhig. Angaben zur Wahlbeteiligung gibt es nicht.

Bei der Abstimmung werden die Abgeordneten von 130 der 147 Wahlkreise in dem westafrikanischen Land bestimmt. Nur in 17 Wahlkreisen hatten die Kandidaten die im ersten Wahlgang notwendige absolute Mehrheit der Stimmen erreicht.

Die Abstimmung verlief nach Angaben örtlicher Medien im Gegensatz zur ersten Wahlrunde bislang friedlich. Der Wahltag am 29. März war von Einschüchterungen, Entführungen und Angriffen durch islamistische Milizen überschattet worden. Zur Wahlbeteiligung gab es zunächst keine Angaben. Allerdings war bereits im ersten Wahlgang die Beteiligung mit knapp 36 Prozent der rund 7,6 Millionen registrierten Wähler sehr niedrig.

Regulär hätte die Wahl bereits 2018 stattfinden sollen. Wegen der fragilen Sicherheitslage wurde die Abstimmung jedoch mehrfach verschoben. Im Norden und auch im Zentrum des Landes kämpft die Regierung seit 2012 mit dschihadistischen Milizen um die Macht. Zudem kämpfen verschiedene Dschihadistengruppen teilweise gegeneinander. Die Gewalt gegen Zivilisten hält an, immer wieder kommt es zu tödlichen Anschlägen.

Oppositionsführer Soumaïla Cissé war kurz vor dem ersten Wahlgang Ende März im Norden des westafrikanischen Landes entführt worden. Dazu kommt die Furcht vor der Corona-Pandemie. Bislang sind in Mali 216 Infektionen sowie 13 Tote in Verbindung mit dem Virus gemeldet worden.

Der malische Präsident Ibrahim Boubacar Keïta hatte erklärt, für die Abstimmung an diesem Sonntag seien die nötigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Mit Ergebnissen der Abstimmung wird nächste Woche gerechnet.

qu/as (dpa, afp, epd)

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