Malaysias Ex-Premier Najib wegen Korruption vor Gericht | Aktuell Asien | DW | 03.04.2019
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Veruntreute Gelder

Malaysias Ex-Premier Najib wegen Korruption vor Gericht

Malaysias früherer Regierungschef Najib Razak hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Der Finanzskandal um den Staatsfonds 1MDB kostete ihn das Amt, nun könnte jahrelange Haft folgen.

Malaysia Najib Razak vor Gericht in Kuala Lumpur (Reuters/Lai Seng Sin)

Der ehemalige Regierungschef Najib Razak bei der Ankunft am Gericht in Kuala Lumpur

Malaysias früherer Ministerpräsident Najib Razak plädierte zum Prozessauftakt in allen sieben Punkten auf nicht schuldig. Der 65-Jährige muss sich wegen Korruption und Veruntreuung mehrerer Hundert Millionen Euro aus der Staatskasse verantworten. Weitere Verfahren sollen folgen. Najib droht lebenslange Haft.

Hintergrund ist die Affäre um einen Staatsfonds namens 1MDB, den Najib selbst zur wirtschaftlichen Förderung gegründet hatte. Ihm wird vorgeworfen, daraus mehr als 600 Millionen Euro auf private Konten abgezweigt zu haben. Insgesamt sollen Najib sowie Verwandte und Vertraute mehrere Milliarden Dollar veruntreut haben. Mit dem Geld sollen sie unter anderem Luxuswohnungen in New York, London und Los Angeles, Gemälde von Vincent van Gogh, Picasso und Claude Monet und eine Jacht gekauft haben.

Malaysia - Beschlagnahmte Luxusyacht - Equanimity (Reuters/L Seng Sin)

Stand fünf Monate lang zum Verkauf: die Luxusjacht "Equanimity"

Wie der Generalstaatsanwalt mitteilte, wird die Jacht - rund 90 Meter lang, mit Hubschrauberlandeplatz, Kino und weiteren Annehmlichkeiten - derzeit an das Unternehmen Genting Malaysia verkauft, das Hotels und das einzige legale Casino im Land betreibt. Mit dem Verkauf hat der Staat 126 Millionen Dollar zurückgewonnen, der Originalpreis lag vermutlich doppelt so hoch. Den Angaben zufolge ist es bisher die größte Einnahme beim Verkauf von Vermögenswerten, die mutmaßlich von dem veruntreuten Geld erstanden wurden.

Als Regierungschef stand Najib von 2009 bis 2018 an der Spitze des südostasiatischen Landes. Bereits während seiner Amtszeit gab es immer wieder Vorwürfe gegen ihn und auch gegen seine Frau. Bei der Parlamentswahl im vergangenen Mai wurde er überraschend geschlagen. Wegen des Falls wird inzwischen in verschiedenen Ländern ermittelt, auch in der Schweiz und den USA. Trotz der schweren Vorwürfe sind Najib und seine Frau gegen Kaution auf freiem Fuß.

Rosmah Mansor (Reuters/L. S. Sin)

Auch Najibs Ehefrau Rosmah Mansor - hier bei einem Gerichtstermin im Oktober - muss sich verantworten

Wichtige Bankgeschäfte für den Fonds wickelte die US-Investmentbank Goldman Sachs ab, gegen die Ermittlungen in den USA eingeleitet wurden. Für das New Yorker Geldhaus bedeutet der Skandal um 1MDB einen schweren Imageschaden. Malaysia bis zu 7,5 Milliarden Dollar Schadenersatz von Goldman Sachs.

ust/fab (dpa, afp, ap, rtr)

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