Mafia-Boss auf Sizilien festgenommen | Aktuell Europa | DW | 04.12.2018
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Organisierte Kriminalität

Mafia-Boss auf Sizilien festgenommen

Der italienischen Polizei ist ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Bei Razzien wurden das neue Oberhaupt der sizilianischen Mafia sowie zahlreiche mutmaßliche Mitglieder festgenommen.

Erst vor einem halben Jahr wurde Settimino Mineo (Artikelbild: bei seiner Festnahme) der neue "Pate" der Cosa Nostra, der sizilianischen Mafia. Jetzt sitzt er hinter Gittern. Die italienische Polizei nahm ihn zusammen mit 45 weiteren Verdächtigen bei Razzien fest, wie Staatsanwaltschaft und Polizei bei einer Pressekonferenz in Palermo mitteilten. Den Beschuldigten werden Erpressung, illegaler Waffenbesitz, Brandstiftung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie weitere Verbrechen vorgeworfen.

Dem neuen "Boss der Bosse", Mineo, war es trotz beharrlicher Ermittlungen gegen ihn vergangenen Mai gelungen, die erste Versammlung regionaler Oberhäupter der Cosa Nostra seit 25 Jahren zu organisieren. Bei diesem Treffen war er auch zu deren Chef gewählt worden. Bei der Polizeiaktion am heutigen Dienstag wurden außer Mineo drei weitere Teilnehmer des Geheimtreffens festgenommen. Alle vier Mafia-Bosse haben in der Vergangenheit bereits mehrjährige Gefängnisstrafen verbüßt.

"Schönes Treffen" der Mafia-Bosse

Auf die Spur kam die Polizei den Verdächtigen durch abgehörte Telefonate eines der Regionalbosse, wie Medien berichteten. Dieser soll unter anderem seinem Fahrer Einzelheiten aus der Versammlung Ende Mai erzählt haben und diese als "ein schönes Treffen" bezeichnet haben. "Wir haben uns alle erhoben und geküsst", wird das Cosa Nostra-Mitglied zitiert. Wo das Treffen stattfand, ist der Polizei nicht bekannt.

In den letzten Jahren erzielten Polizei und Staatsanwaltschaft etliche Erfolge gegen die Cosa Nostra. Mineos Vorgänger Salvatore "Toto" Riina und Bernardo Provenzano gingen den Ermittlern ins Netz. Beide Männer verstarben in den letzten zwei Jahren in Haft.

Die sizilianische Cosa Nostra ist die älteste italienische Mafia-Organisation. Die Erpressung von Schutzgeldern ist nach wie vor eine ihrer Haupteinnahmequellen, doch setzen sich Unternehmer in Sizilien verstärkt gegen die kriminelle Organisation zur Wehr.

Mafia-Boss Mineo ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. Die Staatsanwaltschaft verwies auf sein langes Strafregister. 1984 und 2006 wurde er bereits zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Sein Vorgänger Riina war wegen seiner Grausamkeit auch unter dem Namen "la Belva", das Raubtier, bekannt. Er soll 150 Morde in Auftrag gegeben haben und beherrschte die sizilianische Cosa Nostra fast zwanzig Jahre lang.

dp/qu (AFP, dpa)

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