Macron in China: Milliarden-Deal mit Airbus | Wirtschaft | DW | 10.01.2018
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Frankreich-China

Macron in China: Milliarden-Deal mit Airbus

Am letzten Tag des China-Besuchs von Frankreichs Präsident Macron gibt’s doch noch die große Erfolgsmeldung: China will 184 Flugzeuge vom Typ A320 kaufen. Nicht sofort, aber bald.

Der chinesische Präsident Xi Jinping habe ihm versichert, dass der Auftrag in Kürze erfolgen werde, sagte Macron zum Abschluss seines Staatsbesuchs in der Volksrepublik. Aus der französischen Delegation hieß es, die Flugzeuge sollten an 13 chinesische Airlines gehen. Der Listenpreis des Lieferung würde bei rund 18 Milliarden Euro liegen. 

Frankreichs Präsident sagte, es werde zudem angestrebt, auch Aufträge über A350- und A380-Flugzeuge in den kommenden Wochen oder Monaten zu erhalten. China habe versichert, die Parität beim Marktanteil zwischen den beiden Erzrivalen Airbus und Boeing zu achten.

Sechs statt vier Flugzeuge

Am Vortag hatten sich beide Seiten darauf verständigt, dass Airbus statt der bisherigen vier Maschinen von Anfang 2019 an monatlich fünf neue Flugzeuge der A320-Reihe in seinem Werk im chinesischen Tianjin verlassen. Ab Anfang 2020 sollen es dann sechs Maschinen pro Monat sein, teilte der Luftfahrt- und Rüstungskonzern mit.

Airbus A320neo (picture-alliance/dpa/G. Horcajuelo)

Kauft China Airbus-Flugzeuge im Wert von 18 Milliarden Euro?

Der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte von Airbus, Fabrice Brégier, ist mit Macron in China unterwegs. Von einem große Auftrag war zunächst noch nicht die Rede gewesen. Macron hatte mit Blick auf den Luftfahrtsektor allgemein von einer "Bestätigung von Mengen" gesprochen, war dabei aber nicht ins Detail gegangen. Vor seiner China-Besuch hatte es hohe Erwartungen gegeben. In der  Delegation des Staatspräsidenten reisen etwa 50 französische Wirtschaftsmanager mit.

Symbolträchtige Unterschriften

Zuvor hatten die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und die "Financial Times" berichtet, dass Airbus China auch an der Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 beteiligen wolle. Im Gegenzug solle China eine größere Zahl A380 ordern. Der Flieger verkaufte sich in den vergangenen Jahren kaum noch. Bloomberg hatte einen französischen Politiker aus dem Umfeld des Präsidenten mit der Aussage zitiert, der A380-Deal mit China sei noch nicht unterschriftsreif.

Derartige Großaufträge werden häufig symbolträchtig am Rande von Staatsbesuchen unterzeichnet. Beim Besuch von US-Präsident Donald Trump im November hatte der Airbus-Rivale Boeing chinesische Orders über 300 Flugzeuge zum Listenpreis von 37 Milliarden Dollar eingeheimst. Airbus wiederum erhielt während des Aufenthalts des chinesischen Präsidenten Xi Jinping beim G20-Gipfel im Juli in Deutschland Aufträge für 140 Flugzeuge.

China teilt seine Orders gewöhnlich zwischen Europa und den USA auf, aktuell hat jedoch Boeing die Nase vorn. Nach Einschätzung einiger Experten ist China verschnupft, weil Airbus im vergangenen Jahr in die Weiterentwicklung der CSeries-Jets von Bombardier einstieg und damit chinesische Investoren ausbootete.

China Staatsbesuch Emmanuel Macron, Präsident Frankreich (picture-alliance/abaca/C. Liewig)

Frankreichs Präsident Macron auf China-Besuch. Mit dabei sind 50 Manager.

Atomtechnik und Rindfleisch

Während des China-Besuchs Macrons vereinbarten beide Länder eine engere Zusammenarbeit bei der Atomtechnologie und in Handelsfragen. Geplant ist unter anderem der Bau der ersten Anlage zur Wiederaufbereitung von Atommüll in China durch den französischen Areva-Konzern. Peking sagte zudem das Ende des langjährigen Embargos gegen französisches Rindfleisch zu.

Der Bau der Wiederaufbereitungsanlage für Brennstäbe soll 2020 beginnen. Das geht aus der Absichtserklärung hervor, die in Anwesenheit Macrons und des chinesischen Staatschefs Xi Jinping unterzeichnet wurde. Nach Angaben des französischen Wirtschaftsministeriums geht es um einen Deal in Höhe von zehn Milliarden Euro. Paris hofft darauf, dass der Vertrag zwischen Areva und seinem chinesischen Partner CNNC im Frühjahr besiegelt wird.

Macron sagte, die Regierung in Peking wolle zudem innerhalb von sechs Monaten das Rindfleisch-Embargo aufheben. Es war 2001 in der Krise um den sogenannten Rinderwahn BSE verhängt worden. Frankreich hofft, auch andere Agrarprodukte wie Schweinefleisch, Geflügel und Wein künftig leichter nach China ausführen zu können.

ar/uhe (afp, rtr, dpa)

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