Luftangriff auf türkischen Militärkonvoi | Aktuell Asien | DW | 19.08.2019
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Syrien

Luftangriff auf türkischen Militärkonvoi

Im Nordwesten Syriens ist ein türkischer Militärkonvoi aus der Luft beschossen worden. Die Türkei verurteilte den Angriff. Die syrische Regierung warf ihr einen "Akt der Aggression" vor.

Die Fahrzeuge der türkischen Armee waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara auf dem Weg zu einem Beobachtungsposten. Man habe die Nachschubrouten für den Posten offenhalten wollen, hieß es. In der Provinz Idlib sei der Konvoi dann aus der Luft angegriffen worden.

Ankara verurteilte den Angriff  als. Dieser sei ein Verstoß gegen Vereinbarungen, die man mit Russland getroffen habe. Moskau sei zuvor über den Konvoi unterrichtet worden. Ankara zufolge wurden bei dem Angriff drei Zivilisten getötet und zwölf weitere Menschen verletzt.

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor ebenfalls über den Angriff berichtet. Ihren Angaben zufolge wurde ein von der Türkei unterstützten Rebellen getötet. Die syrische und die russische Armee hätten den Konvoi mit den Luftangriffen an der Weiterfahr hindern wollen.

Syrien wirft Türkei Unterstützung von "Terroristen" vor

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana kritisierte, die Militärfahrzeuge hätten die Grenze zu Syrien mit Munitition beladen überquert. Das sei ein Akt der Aggression. Es belege "ein weiteres Mal" die "Unterstützung terroristischer Gruppen".

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, der Konvoi habe aus rund 50 Militärfahrzeugen bestanden, darunter Truppentransporter und mindestens fünf Panzer. Der Konvoi befand sich demnach bei Maaret al-Numan, rund 15 Kilometer nördlich von Chan Scheichun.

Kämpfe in Chan Scheichun

Die Stadt Chan Scheichun liegt an einer Hauptverkehrsstraße in der von Dschihadisten kontrollierten Region. Sie verbindet die Hauptstadt Damaskus mit der Stadt Aleppo, die seit 2016 wieder unter Regierungskontrolle ist. Truppen der syrischen Regierung waren am Sonntag erstmals seit fünf Jahren nach Chan Scheichun vorgerückt. Auch am Montag soll es dort Kämpfe gegeben haben. In Idlib und angrenzenden Regionen gilt seit vergangenem September eigentlich eine Waffenruhe. Die syrische Regierung begann Ende April jedoch mit Angriffen auf die Aufständischen in dem Gebiet.

Russland, die Türkei und der Iran nehmen in Syrien die Rollen von Garantiemächten ein, unterstützen aber unterschiedliche Seiten in dem Konflikt. Russland und der Iran stehen aufseiten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die Türkei unterstützt einige Rebellengruppe und ist vor allem daran interessiert, den Einfluss der Kurden im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei eindämmen.

kis/stu (afp, rtr, dpa)

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