″LOVE″ rund um den Globus: Pop Art-Künstler Robert Indiana ist tot | Kunst | DW | 22.05.2018
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Kunst

"LOVE" rund um den Globus: Pop Art-Künstler Robert Indiana ist tot

Der US-Künstler erlangte durch seine "LOVE"-Skulpturen internationale Berühmtheit. Jetzt ist er im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Maine/USA gestorben. Seine "Liebes-Botschaften" findet man noch in aller Welt.

Wie die "New York Times" in Berufung auf seinen Anwalt berichtete, starb Robert Indiana am vergangenen Samstag (19. Mai) an Lungenversagen in seinem viktorianischen Anwesen auf der Insel Vinalhaven. Indiana wurde 1928 im gleichnamigen Bundesstaat geboren und studierte unter anderem in Chicago und Edinburgh.

Von 1954 an lebte er in New York, wo er tief in die Pop Art-Szene um Andy Warhol eintauchte. Internationale Berühmtheit erlangte Indiana in den 1960er Jahren durch seine großen Skulpturen, die aus den aufeinandergestapelten Buchstaben des Wortes "LOVE" (Liebe) bestehen und weltweit in verschiedenen Großstädten zu sehen sind.

Unterschätztes Gesamtkunstwerk

Neben den berühmten "LOVE"-Schriftzügen hat Indiana auch zahlreiche andere Kunstwerke geschaffen, darunter ein Porträt von Jimmy Carter und eine Skulptur mit dem Titel "HOPE" zu Ehren Barack Obamas. Dan Mills, Direktor des Bates College Kunstmuseums in Lewiston, sagte dazu: "Er wurde vielleicht oft als Eintagsfliege gesehen, weil 'LOVE' so dermaßen ikonisch und einflussreich in der Popkultur wurde. Im Guten wie im Schlechten überschattete es einige seiner anderen Arbeiten."

Erst 2013, also Jahrzehnten nach seinem größten Erfolg, wurde Indianas Kunst in einer großen Ausstellung im Whitney Museum of American Art in New York gewürdigt. Indianas knapper Kommentar dazu lautete: "Das hat aber gedauert."

1978 war Indiana von New York in das Anwesen auf Vinalhaven gezogen, das ihm ein Mäzen gekauft hatte. Vinalhaven war schon damals eine Künstlerkolonie, die Indiana regelmäßig besuchte. Der Legende nach zog er dorthin, weil er von der New Yorker Kunstszene enttäuscht war - laut eigener Aussage schlicht und ergreifend, weil sein Mietvertrag in der Bowery ausgelaufen war.

Legendärer Eigenbrötler

Indiana war zu Lebzeiten als Einsiedler bekannt: Einmal versetzte er Barack Obama im Weißen Haus, ein anderes Mal ließ er ein TV-Team des US-Senders NBC tagelang in der Nähe seines Hauses warten, bevor er die Reporter endlich zum Interview hinein bat. 2014 enttäuschte er Fans,  als er nicht zum von ihm inspirierten internationalen "HOPE"-Tag erschien, obwohl er es versprochen hatte. 

Eine am Tag vor seinem Tod eingereichte Klage könnte laut US-Nachrichtenagentur Associated Press ein Hinweis darauf sein, dass der ohnehin zurückgezogen lebende Künstler bewusst von seinen Pflegekräften isoliert wurde. Sein Anwalt James Brannan lehnte jeden Kommentar dazu ab. 

pj/suc (dpa/AP)

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