London und Kiew ganz auf einer Linie | Aktuell Europa | DW | 08.10.2020
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Diplomatie

London und Kiew ganz auf einer Linie

Nach dem Abschied aus der EU intensiviert Großbritannien seine Beziehungen zur Ukraine. "Unsere Bindung an die Ukraine ist felsenfest", sagte Premier Johnson bei einem Besuch von Präsident Selenskyj in London.

Ukraine Präsident Volodymyr Zelensky und Premierminister Boris Johnson

Hier geht es lang - macht Premier Johnson (l.) seinem Gast Selensky klar

Bei dem Staatsbesuch wurde ein Abkommen zur engeren Zusammenarbeit beider Länder unterzeichnet. Wolodymyr Selenskyj sprach von einer "neuen Etappe strategischer Partnerschaft". Der Vertrag sieht auch Handelserleichterungen zwischen beiden Staaten vor.

Gute Ware für wenig Geld

Selenskyj betonte die Bedeutung der Ukraine als Agrarnation. "Bei uns kann Großbritannien landwirtschaftliche Produkte hoher Qualität zu niedrigen Preisen kaufen." Kiew hat seit 2017 ein Assoziierungsabkommen mit der EU, das vor allem eine Freihandelszone vorsieht. Der britische Austritt machte eine Neuregelung der bilateralen Beziehungen notwendig. Umgekehrt ist die Ukraine dringend auf neue Absatzmärkte angewiesen.

Ukraine Präsident Volodymyr Zelensky und Premierminister Boris Johnson

Der ukrainische Präsident Selenskyj will neue Absatzmärkte für die Landwirte in seinem Land

Bei dem Treffen mit Selenskyj versprach Premierminister Boris Johnson der Ukraine auch britische Unterstützung im Bereich der Verteidigung. Dem negativen Einfluss Russlands in der Ukraine müsse entgegengewirkt werden, stellte Johnson ausdrücklich klar.

Auch Belarus ein Thema

Die beiden Politiker berieten auch über die Lage in Belarus. Dort würden Menschenrechte verletzt. Dem müsse man Einhalt gebieten auch durch Sanktionen, betonten Johnson und der ukrainische Präsident. In Weissrussland protestieren seit Monaten zehntausende Menschen gegen die Präsidentenwahl vom August.

Präsident Alexander Lukaschenko hatte sich mit rund 80 Prozent im Amt bestätigen belassen. Die Massenproteste gegen ihn machte er inzwischen mitverantwortlich für den Anstieg bei den Corona-Infektionen auch in seinem Land.

haz/uh (dpa, rtr, afp)

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