Lissabon wegen hoher Coronazahlen abgeriegelt | Coronavirus und COVID-19 - aktuelle Nachrichten zur Pandemie | DW | 17.06.2021
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Corona-Pandemie

Lissabon wegen hoher Coronazahlen abgeriegelt

Eigentlich schien Portugal auf einem guten Weg aus der Corona-Krise. Doch nach einem rasanten Anstieg der Infektionszahlen wird die Hauptstadt fürs Wochenende abgeriegelt.

Portugal Altstadt Lissabon mit Standseilbahn

Die Fallzahlen in Portugal schnellen nach oben, das öffentliche Leben in der Hauptstadt Lissabon wird runtergefahren

Es sind drastische Maßnahmen, die von der Regierung über die Hauptstadt verhängt werden: Die rund 2,8 Millionen Einwohner Lissabons dürfen die Region nur mit einem triftigen Grund verlassen. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen. Diese Regelung gilt seit diesem Freitagnachmittag und soll Montagmorgen um sechs Uhr enden.

Hotspot Lissabon

Hintergrund der verschärften Corona-Regeln ist die dramatisch gestiegene Zahl der Neuinfektionen: Mit 928 Fällen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar. Das waren rund 75 Prozent aller in Portugal registrierten Fälle - aber in der Metropolregion um die Hauptstadt lebt nur knapp ein Drittel der portugiesischen Bevölkerung. Einen Tag zuvor hatte Portugal mit 1350 neuen Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden die höchste Fallzahl seit Ende Februar festgestellt.

In Lissabon breite sich derzeit die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus relativ stark aus, sagte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. "Es ist nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen, aber uns erschienen sie unerlässlich, damit die Lage, die derzeit in Lissabon herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift.

Auf und Ab in Portugal

Der einstige Corona-Hotspot hatte im Winter erfolgreich gegen das Virus gekämpft und im Frühjahr zeitweilig mit die niedrigsten Werte in Europa aufgewiesen. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz stieg jedoch nach Angaben der EU-Behörde ECDC innerhalb weniger Wochen von 55 auf 87 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Neben Portugal verzeichnet in der EU derzeit nur noch Spanien einen Anstieg der Neuinfektionen. Dort erhöhte sich die Zahl der wöchentlichen Neuansteckungen im Vergleich zur Vorwoche um 21 Prozent, in Portugal lag der Zuwachs bei 38 Prozent.

Portugal Präsident Marcelo Rebelo de Sousa

Will einen erneuten Lockdown verhindern: Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa (Archiv)

Neuer Lockdown? Nein! Vielleicht...

Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hatte am Wochenende einen möglichen weiteren Lockdown dennoch vehement abgelehnt. Die Ansteckungsrate allein rechtfertige keine drastischen Einschränkungen, solange die Zahl der Krankenhauseinweisungen weit unter dem Höchststand vom Winter liege, sagte er.

Regierungschef António Costa äußerte sich vorsichtiger: "Niemand kann garantieren, dass wir nicht zum Lockdown zurück müssen." Rund ein Viertel der knapp zehn Millionen Portugiesen ist mittlerweile vollständig geimpft.

mak/bru (dpa, afp)

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