Liga-Dino HSV taumelt Abstieg entgegen | Fußball | DW | 03.03.2018
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Bundesliga

Liga-Dino HSV taumelt Abstieg entgegen

Im Kellerduell gegen den FSV Mainz spielt der Tabellenvorletzte Hamburger SV engagiert, trifft aber wieder einmal das Tor nicht - trotz eines Foulelfmeters zu seinen Gunsten und einer halben Stunde in Überzahl.

Ohne dass er es wusste, zog Heribert Bruchhagen das korrekte Fazit der Partie bereits zur Halbzeit. "Hätte, wenn und aber, es nutzt ja nichts", sagte der Vorstandschef des Hamburger SV. "Das 0:0 kann uns nicht zufriedenstellen." Das Kellerduell gegen den FSV Mainz 05, das torlos endete, demonstrierte, warum der HSV als Tabellenvorletzter in akuter Abstiegsnot schwebt. Die Hamburger gaben alles, rannten an, erspielten sich eine um die andere gute Torgelegenheit, aber schafften es nicht, den Ball über die Linie zu bringen - und das, obwohl die Mainzer in der letzten halben Stunde nur zu zehnt auf dem Platz standen.

Zweimal Aluminium, ein verschossener Elfmeter

Hier nur die besten der vielen guten Möglichkeiten des HSV: Zweimal scheiterten die Hanseaten am Aluminium. In der 22. Minute traf Filip Kostic aus elf Metern nur die Latte, genauso wie Rick van Drongelen Anfang der zweiten Hälfte (48.) aus acht Metern. In der 24. Minute jubelten die HSV-Fans bereits, nachdem Kostic den Ball von halbrechts dem Mainzer Torwart Florian Müller durch die Beine ins Netz geschoben hatte. Doch der Videobeweis belegte: Kostic stand bei der Ballannahme mindestens anderthalb Meter im Abseits. Der 25 Jahre alte Serbe war es auch, der die beste Chance der Hamburger versiebte. Nach einem Foul Leon Baloguns im Strafraum am eingewechselten HSV-Offensivspieler Luca Waldschmidt, für das der Mainzer Gelb-Rot sah, scheiterte Kostic vom Elfmeterpunkt an FSV-Keeper Müller (62.). Der 20-Jährige im Kasten der Mainzer, der für den angeschlagenen René Adler eingesprungen war, gab ein starkes Bundesliga-Debüt.

"Danke für nichts"

Nach dem verschossenen Strafstoß wirkten die Hamburger frustriert und schienen selbst nicht mehr recht an ihren Sieg zu glauben. Gegen aufopferungsvoll kämpfende Mainzer rollte zwar eine nach der anderen Angriffswelle, doch sie verpufften allesamt. Als Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie nach vier Minuten Nachspielzeit abpfiff, ertönte ein gellendes Pfeifkonzert der HSV-Fans, die ihre Mannschaft über die gesamte Spielzeit lautstark unterstützt hatten. Das Team von Trainer Bernd Hollerbach ging anschließend Richtung Fan-Kurve. Empfangen wurden die Profis dort mit Plakaten, auf denen "Danke für nichts" und "Rest in Peace, Dino" stand.

Fans werden vor dem HSV- Mainz-Spiel am Einlass durchsucht. Foto: Reuters

Strenge Kontrollen der Fans vor dem Anpfiff

Und jetzt nach München

"Wahnsinn, dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben", sagte Sportdirektor Jens Todt hinterher. "Die Enttäuschung sitzt tief. Es ist eine ganz, ganz schlimme Situation." In der Tabelle hat der HSV weiterhin sieben Punkte Rückstand auf die Mainzer, die auf dem Relegationsplatz 16 stehen. Sollte Schlusslicht 1. FC Köln am Sonntag sein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gewinnen, würde das einzige Bundesliga-Gründungsmitglied, das noch niemals abstieg, sogar ans Tabellenende abrutschen. Und in der kommenden Woche tritt der HSV beim souveränen Spitzenreiter FC Bayern München an. Nicht gerade das richtige Pflaster, um eine Wende im Abstiegskampf einzuleiten.

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