Libanon: Politikerschelte vom UN-Gesandten | Aktuell Nahost | DW | 15.01.2020
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Erneute Proteste

Libanon: Politikerschelte vom UN-Gesandten

Der Unmut der Libanesen über die politischen und wirtschaftlichen Zustände wächst. Gewalt auf Beiruts Straßen ist wieder an der Tagesordnung. Jetzt hat sich der UN-Gesandte für den Libanon zu Wort gemeldet.

"Politiker, gebt nicht den Menschen, sondern euch selbst die Schuld für dieses Chaos", schrieb der UN-Gesandte für den Libanon, Jan Kubis, auf Twitter. Die Verantwortlichen schauten dem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu: "Unglaublich."

Gleichzeitig verurteilte Kubis die Gewalt auf den Straßen. Vandalismus sei nie angemessen, um den legitimen Ärger und die Verzweiflung von Demonstranten zu bekunden.

Neue Proteste

In Beirut ist es inzwischen den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Diese gingen auch am Mittwochabend mit Tränengas gegen Proteste vor einer Polizeistation vor. Auf Videos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte Demonstranten mit Gewalt in das Gebäude zogen. Aktivisten berichteten über Verletzte. Die Demonstranten forderten die Freilassung von Festgenommenen vom Vortag.

Libanon, Beirut: Erneute Proteste am Abend (Getty Images/AFP/M. Tahtah)

Es brennt wieder auf Beiruts Straßen

Bereits am Dienstagabend waren bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten in Beirut 65 Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Polizei wurden 59 Menschen festgenommen. Augenzeugen berichteten, Krawallmacher hätten Banken und Geldautomaten attackiert.

Krise ohne Ende

Die Proteste richten sich gegen die führende Elite des kleinen Landes am Mittelmeer, der sie Korruption vorwerfen. Auf Druck der Straße erklärte Ministerpräsident Saad Hariri Ende Oktober seinen Rücktritt. Bislang konnte keine neue Regierung gebildet werden. Zusätzlich erlebt das Land die schwerste wirtschaftliche Krise seit dem Ende des Bürgerkriegs vor 30 Jahren. Das libanesische Pfund hat stark an Wert verloren.

fab/qu (dpa, ape)

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