Erneut Unruhen in Beirut | Aktuell Nahost | DW | 16.12.2019
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Libanon

Erneut Unruhen in Beirut

Der Ministerpräsident ist eigentlich zurückgetreten. Doch viele Menschen in der libanesischen Hauptstadt fürchten, dass Saad al-Hariri doch weiter an der Macht festhält. Und daher machen sie ihrem Ärger Luft.

In Beirut hat es die zweite Nacht in Folge Ausschreitungen gegeben. Libanesische Sicherheitskräfte setzten erneut Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Dutzende Menschen wurden verletzt. In der Nähe des Parlamentsgebäudes bewarfen Demonstranten Agenturberichten zufolge mit Wasserflaschen und Knallkörpern.

Was macht der Präsident?

Schon am Vorabend waren bei den Konfrontationen dutzende Menschen verletzt worden. Der libanesische Zivilschutz brachte nach eigenen Angaben 36 Menschen ins Krankenhaus und behandelte 54 weitere vor Ort. Das libanesische Rote Kreuz sprach davon, dass 15 Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden seien. Auch die Sicherheitskräfte berichteten über Verletzte in ihren Reihen.

Libanon Erneut Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Beirut (picture-alliance/AP Photo/H. Malla)

Demonstranten auf der Straße - unter libanesischen Fahnen und zahllosen Displays der Mobiltelefone

Am Sonntagabend versammelten sich dann erneut tausende Demonstranten im Stadtzentrum. Die Proteste fanden im Vorfeld von Parlamentsberatungen über die Neubesetzung des Postens des Ministerpräsidenten statt. Ursprünglich sollten diese am Montag beginnen, Präsident Michel Aoun verschob sie jedoch nach den Unruhen auf Donnerstag. Die Demonstranten lehnen eine mögliche erneute Ernennung des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Saad al-Hariri ab. Aus dem Umfeld von Hariri, der noch geschäftsführend im Amt ist, verlautete bereits, dass dieser eine Regierung aus Technokraten anstrebe.

"Nichts zu verlieren"

Die Bemühungen zur Bildung eines neuen Kabinetts stecken seit Hariris Entscheidung Ende Oktober in einer Sackgasse. Auslöser für die anhaltenden Proteste sind unter anderem steigende Lebenshaltungskosten. "Es gibt keine Arbeit, keine Löhne, kein Geld - nichts", sagte einer der Demonstranten. Deshalb gehe er auf die Straße. "Ich habe nichts zu verlieren."

ml/wa (rtr, afp, ape)