Leverkusens junge Wilde zu stark für Leipzig | Sport | DW | 09.04.2018
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Fußball

Leverkusens junge Wilde zu stark für Leipzig

Bayer 04 Leverkusen überrennt RB Leipzig im Auswärtsspiel und ist weiter auf Kurs in Richtung Champions League. Julian Brandt und die jungen Wilden von Bayer 04 sind deutlich zu stark für den Vizemeister.

Leverkusens Julian Brandt (l.), Wendell (2.v.l.), Kevin Volland und Kai Havertz (r.) feiern gemeinsam (Foto: Imago/opokupix)

Leverkusens Julian Brandt (l.), Wendell (2.v.l.), Kevin Volland und Kai Havertz (r.) feiern gemeinsam

Die Erleichterung war den Spielern von Bayer 04 Leverkusen deutlich anzusehen. Das 4:1 (1:1) bei RB Leipzig hat sie ihrem großen Ziel wieder ein deutliches Stück näher gebracht. Mit diesem Erfolg gegen die Sachsen hat die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich nicht nur einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze weiter distanziert. Vielmehr dürfte dieser hohe Erfolg der Mannschaft für die restlichen Partien das nötige Selbstbewusstsein mit auf den Weg gegeben zu haben: Der internationale Wettbewerb ist zum Greifen nah.     

Es war klar, wer der erste Gratulant sein würde. Julian Brandt zögerte keine Zehntelsekunde und sprintete hinüber zu seinem Kollegen Kai Havertz. Dabei hatte Brandt schon einen überaus langen Spurt über das gesamte Feld hinter sich gebracht. Die jungen Wilden von Bayer 04 hatten schließlich wieder zugeschlagen, das musste gebührend gefeiert werden. 

Havertz mit spektakulärem Treffer

Die überschäumenden Glückwünsche hatte sich Havertz verdient. Schließlich gelang dem Leverkusener Offensivspieler kurz zuvor ein überaus sehenswertes und technisch höchst anspruchsvolles Tor (45.), das Bayer 04 wieder ins Spiel zurückgebracht hatte. Nach einer abgefangenen Ecke waren Havertz, Brandt und Leon Bailey mit dem Ball über den gesamten Platz in höchstem Tempo gelaufen und waren nicht mehr einzuholen.

Der Jamaikaner flankte in die Mitte, wo der 18-Jährige den Ball volley und besonders mutig aus 16 Metern verwandelte. "Ich habe den Ball nicht zu 100 Prozent getroffen, aber da hat man dann manchmal auch ein bisschen Glück", sagte Havertz. 

Sabitzer mit brachialem Schuss

Marcel Sabitzer trifft zum 1:0 (Foto. Getty Images/AFP/O. Andersen)

Marcel Sabitzer trifft zum 1:0

Damit war die Führung von RB Leipzig wieder ausgeglichen, das nach 17 Minuten einen ebenfalls außergewöhnlichen Treffer durch Marcel Sabitzer erzielt hatte. Youssuf Poulsen legte per Kopf ab, Sabitzer schloss brachial aus vollem Lauf aus 18 Metern ins untere linke Eck ab.

Es war eine Partie, die sich durch viele Zweikämpfe, hohes Tempo und viel Willen der Spieler beider Teams auszeichnete. Sowohl die Werkself als auch die Sachsen waren darum bemüht, offensiv zu spielen und ihre Chance vor dem gegnerischen Tor zu suchen. Und an diesem Montagabend waren die Rheinländer das genauere, das effektivere Team. Der überragende und erst 21 Jahre alte Brandt war es dann auch, der kurz nach Wiederbeginn die Führung nach einem überfallartigen Spielzug (51.) erzielte.

Der zweite Schock folgt prompt

Und kaum war der erste Schock der Leipziger Spieler und Fans verflogen, mussten sie auch gleich den nächsten Tiefschlag hinnehmen. Der kurz zuvor für den am linken Fuß verletzten Sven Bender eingewechselte Panagiotis Retsos traf per Direktabnahme nach einem Freistoß von Brandt zum 3:1 für die Werkself. Für die vorzeitige Entscheidung in dieser Begegnung sorgte Kevin Volland nach 69 Minuten, nach Vorarbeit von Brandt. "Solche Spiele machen Spaß. Wir haben ein gutes Spiel gemacht auch nach schwierigem Start und haben verdient gewonnen", sagte Brandt. 

Spätestens dieses Spiel dürfte Brandt in seiner Einschätzung Recht gegeben haben, die er bei seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung unter der Woche bis 2021 verkündet hatte. "Der Charakter der Mannschaft ist sehr speziell", so Brandt vor ein paar Tagen. Neben dem sportlichen Potenzial stimme schlicht die Chemie im Team. "Ich weiß nicht, ob das bei anderen Mannschaften auch so ist, aber hier gibt es viele Spieler, die sich auch neben dem Platz gut verstehen."   

Das Potenzial dieser Leverkusener Mannschaft ist enorm hoch, unterliegt allerdings häufig auch zu hohen Schwankungen. Aber immer dann, wenn es es den Rheinländern gelingt, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, haben es die Gegner überaus schwer. Das musste Leipzig in dieser Partie leidvoll erleben.    

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