Led Zeppelin haben Intro zu ″Stairway to Heaven″ nicht geklaut | Kultur | DW | 10.03.2020
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Urheberrechtsstreit

Led Zeppelin haben Intro zu "Stairway to Heaven" nicht geklaut

Grund zur Freude für Robert Plant und Jimmy Page: Nach jahrelangem Rechtsstreit hat ein US-Gericht endgültig entschieden: "Stairway to Heaven" ist kein Plagiat des Songs "Taurus" von Spirit.

"Stairway to Heaven" ist einer der berühmtesten Songs der Rockgeschichte - auch und vielleicht gerade wegen des melancholischen Gitarrenlaufs, der das acht Minuten lange Stück einleitet. Ein US-Berufungsgericht in San Francisco hat am Montag (09.03.2020) das Urteil eines Geschworenengerichts von 2016 bekräftigt. Die Behauptungen, Robert Plant und Jimmy Page hätten sich bei dem Lied "Taurus" von Spirit, bedient, seien falsch, entschieden die Geschworenen schon damals.

Der Prozess war wegen eines Formfehlers 2018 neu aufgerollt worden - damals waren Tonaufnahmen bei Gericht als Beweismittel nicht zugelassen - nur die Partituren. Hätten die Geschworenen damals die beiden Songs gehört, wäre das Urteil anders ausgegangen, hatten sich die Kläger erhofft. Doch dies haben die Richter in San Francisco nun zurückgewiesen, es gehe um die Komposition und nicht die Aufnahme, hieß es.

"Gewöhnliche Akkorde"

Der Sänger und Gitarrist von Spirit, Randolph Wolfe alias Randy California, hatte das Stück 1967 geschrieben. 1997 ist er bei einem Badeunfall verstorben. Seine Erben hatten 2014 über einen Treuhänder Klage wegen eines angeblichen Plagiats eingereicht. Page und Plant hatten den Diebstahl vor Gericht vehement bestritten: Die Elemente, die der Led Zeppelin-Song gemeinsam mit Taurus habe, seien gewöhnliche Akkorde, wie sie in der westlichen Musik seit Jahrhunderten verwendet würden. Man habe den Song gar nicht gekannt, hieß es bereits im Vorfeld des Prozesses.

Großbritannien Musik Band Led Zeppelin Robert Plant und Jimmy Page (Foto: Getty Images)

So kannte man Led Zeppelin in der 1970er Jahren. Von links nach rechts: Robert Plant, Jimmy Page und John Bonham

Ob das der Wahrheit entspricht, bleibt Plants und Pages Geheimnis. Led Zeppelin und Spirit haben Ende der 1960er öfters auf den gleichen Festivals gespielt, 1968 sollen Led Zeppelin sogar in Denver als Vorgruppe von Spirit aufgetreten sein. Wolfe selbst hatte schon zu Lebzeiten Ähnlichkeiten erkannt, allerdings nie eine Klage angestrengt. In einem Interview kurz vor seinem Tod sagte er noch: "Wenn man beide Songs hört, kann jeder sein eigenes Urteil fällen. Sie sind gleich."

Alles nur Geldmacherei?

Im Erfolgsfall hätten Wolfes Erben einen millionenschweren Geldsegen eingefahren: Rund 500 Millionen Dollar soll "Stairway To Heaven" bisher eingebracht haben. Da ist es durchaus rentabel, auch im Nachhinein an den Tantiemen beteiligt zu werden. Wolfes Erben bestritten jede unlautere Absicht, ihnen sei es nur um die Anerkennung Wolfes als Autor eines der berühmtesten Rocksongs der Welt gegangen. Doch wie ähnlich sind die beiden Stücke wirklich? Der Gitarrist Chris Harrington demonstriert es in einem kurzen Video. 

Beim Instrumentalsong "Taurus" von Spirit erklingt sechs Takte lang besagtes Gitarrenriff. Die hohen Töne fehlen - bei Led Zeppelin erklingt parallel zum absteigenden Basslauf eine aufsteigende Melodie.

In der Klassik und in der Popgeschichte ist es üblich, Moll-Akkorde in dieser Weise zu verwenden. Ist also der Gebrauch eines solchen Kompositionsmittels schon Diebstahl? Wenn dem so wäre, müsste jedes gespielte Bluesschema auf Urheberrechtsverletzungen überprüft werden.

Laut Medienberichten kündigte der Klägeranwalt an, er werde prüfen ob er das Urteil des Berufungsgerichts anfechten werde. Tur er das nicht, können Robert Plant (71) und Jimmy Page (76) beruhigt in den Ruhestand gehen.

Dies ist eine erweiterte Fassung eines früheren Artikels.

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