Lebenslange Haftstrafe nach Vergewaltigung eines Kindes in Indien | Aktuell Asien | DW | 10.06.2019
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Sexualisierte Gewalt

Lebenslange Haftstrafe nach Vergewaltigung eines Kindes in Indien

Knapp eineinhalb Jahre nach dem grausamen Sexualmord an einem achtjährigen Mädchen müssen drei Männer lebenslang ins Gefängnis. Der Fall hatte landesweit für Entsetzen gesorgt und religiöse Spannungen verschärft.

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Haftstrafen nach Sexualmord an Achtjähriger

In dem Gerichtsverfahren waren insgesamt sechs Männer schuldig gesprochen worden. Drei von ihnen waren wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilt worden und müssen lebenslang in Haft. Die übrigen Beschuldigten - allesamt Polizisten - erhielten wegen Vernichtung von Beweismitteln fünf Jahre Gefängnis, wie die Anwälte nach dem Prozess mitteilten. Den drei Haupttätern hatte die Todesstrafe gedroht.

Die getötete Asifa Bano gehörte zu einer Gemeinde muslimischer Nomaden. Die Täter waren Hindus. Das Kind war laut Ermittlern im Januar 2018 im Bezirk Kathua im indischen Teil Kaschmirs entführt worden. Fünf Tage lang wurde es in einem hinduistischen Tempel gefangen gehalten, mit Drogen ruhig gestellt und wiederholt von einer Gruppe von Männern vergewaltigt. Schließlich wurde das Mädchen erwürgt und ihr Schädel zusätzlich mit Steinen eingeschlagen.

Schuldsprüche nach Vergewaltigung einer Achtjährigen in Indien (picture-alliance/AP Photo/D. Yasin)

Wegen des Falls kam es im vergangenen Jahr wiederholt zu Protesten muslimischer Aktivisten

Die Polizei hatte damals acht Verdächtige festgenommen. Einer von ihnen wurde in dem Prozess in der Stadt Pathankot freigesprochen, ein weiterer muss sich separat vor einem Jugendgericht verantworten.

Die abscheuliche Tat hatte die religiösen Spannungen in dem ohnehin von Konflikten geprägten Bundesstaat Jammu und Kaschmir im Himalaya angefacht. Radikale Hindus hatten seinerzeit mit Protesten die Freilassung der Festgenommenen gefordert. Die mehrheitlich muslimische Bevölkerung des Landesteils reagierte mit Proteststürmen, nachdem die Angeklagten Rückendeckung von Abgeordneten der regierenden Partei in Neu-Delhi erhalten hatten.

Die mehrheitlich muslimische Himalaya-Region Kaschmir ist seit Jahrzehnten ein Zankapfel zwischen Indien und Pakistan. Separatisten kämpfen für die Unabhängigkeit von Indien, das mehrheitlich hinduistisch ist. Die Regierung in Neu-Delhi unterhält in dem Gebiet ein massives Polizei- und Militäraufgebot, weil es immer wieder zu Unruhen und Aufständen kommt.

uh/sti (dpa, afp, epd)

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Kaschmir-Konflikt bedroht Leben und Lebensunterhalt (07.03.2019)

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