Lage in Guinea-Bissau ″unter Kontrolle″ | Aktuell Afrika | DW | 01.02.2022
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Westafrika

Lage in Guinea-Bissau "unter Kontrolle"

Das westafrikanische Land gilt schon seit längerer Zeit als politisch instabil. Nun sei ein neuer Putschversuch in Guinea-Bissau gescheitert, erklärte Präsident Embalo.  

Tote und Verletzte bei Putschversuch in Guinea-Bissau

Bei dem "gescheiterten Angriff auf die Demokratie" in Guinea-Bissau sei es darum gegangen, "den Präsidenten der Republik und das gesamte Kabinett zu töten", sagte Staatschef Umaro Sissoco Embalo. Der Präsidentenpalast habe "fünf Stunden lang unter heftigem Beschuss aus schweren Waffen" gestanden. Inzwischen sei die Situation aber "unter Kontrolle", versicherte Embalo am Dienstagabend.

Es habe "viele Tote" gegeben, berichtete der 49 Jahre alte Staatschef weiter. Genauere Angaben machte er hierzu nicht. Die lokale Radiostation Bantaba berichtete von sechs Toten.

Embalo gab an, er vermute, dass der Putschversuch "von denjenigen ausgehen muss, die gegen die Entscheidungen sind, die ich getroffen habe, insbesondere im Kampf gegen den Drogenhandel und die Korruption". Embalo sprach von einem "sehr gut vorbereiteten und organisierten", aber auch von einem "isolierten Akt". Einige Angreifer seien festgenommen worden. 

"Völlig inakzeptabel"

Die regionale Staatengemeinschaft Ecowas verurteilte den mutmaßlichen Putschversuch scharf. Die Afrikanische Union (AU) zeigte sich ebenfalls zutiefst besorgt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief zur "Achtung der demokratischen Institutionen" des Landes auf, wie ein Sprecher der Vereinten Nationen mitteilte. Staatsstreiche seien "völlig inakzeptabel".

Guinea-Bissau | Unruhen | Soldaten in Bissau

Soldat auf Patrouille im Regierungsviertel von Bissau

Guinea-Bissau mit seinen etwa zwei Millionen Einwohnern liegt im Westen Afrikas zwischen Senegal und Guinea. Seine Geschichte ist geprägt von politischen Umstürzen: Seit es 1974 von Portugal unabhängig wurde, gab es vier Putsche, den letzten im Jahr 2012, sowie eine Reihe von Putschversuchen. Das Land leidet unter massiver Korruption und gilt als Drehscheibe für den Kokainhandel zwischen Lateinamerika und Europa.

Der ehemalige General Embalo regiert Guinea-Bissau seit Anfang 2020. Sein Amtsantritt war umstritten und von anhaltenden Protesten begleitet.

"Ansteckungsgefahr"

Die Ereignisse vom Dienstag erinnern an die Putschserie, die seit 2020 Westafrika erschüttert: In Mali putschte die Armee im August 2020 und erneut im Mai 2021, in Guinea im September 2021 und in Burkina Faso übernahmen Militärs im Januar 2022 die Macht. "Es fällt immer schwerer, nicht an eine Ansteckungsgefahr bei Coups zu glauben", sagte Eric Humphrey-Smith, Analyst bei der Risikoberatung Verisk Maplecroft.

wa/fw/ehl (afp, rtr, dpa)

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